Stephanie Müller - Einfach mal schreiben!
Shownotes
In dieser Folge ist Stephanie Müller aus Bonn bei uns zu Gast. Frau Müller ist mit Leib und Seele Buchautorin. Ihre Leidenschaft gilt dem Schreiben von guten Geschichten. Das sind für unseren Gast auch gerne Krimis, die sie gewitzt und charmant mit viel Liebe zum Detail erzählt.
Bis aus einem Plot eine Geschichte und aus einer Geschichte ein Buch entsteht, braucht es so Einiges. Wir tauchen mit Frau Müller ein auf ihrem Weg dorthin. Woher kommt die Idee und wie wird daraus Sprache? Was hat das Alltagsleben hier zu suchen? Wie entwickeln sich die Charaktere? Was sind Plotgeister? Wie behält sie Lust und Disziplin, damit die Geschichte auch veröffentlicht wird? Und nicht zu vergessen: Was macht ein gutes Leseerlebnis aus? Das und noch viel mehr verrät uns Frau Müller heute.
Euch allen viel Spaß beim Hören unserer Folge mit Stephanie Müller!
Transkript anzeigen
00:00:08:
00:00:11: Hallo ihr Lieben und ein herzliches Willkommen zu einer neuen Folge im Podcast Schlagssahntrauma.
00:00:18: Schlagsahne mit Biss!
00:00:21: Heute ist Stefanie Müller aus Bonn zu Gast.
00:00:25: Frau Müller isst Autorin, als Autorinn oder auch Verfasserin wird eine Person bezeichnet die einen Werk erschaffen hat.
00:00:36: Bei Frau Mülla sind es geschriebene
00:00:38: Texte
00:00:39: wie ein Buch den sie schreibt.
00:00:44: Wer jetzt von euch denkt, Frau Müller hat ein Faible für Geschichten liegt da genau richtig?
00:00:49: Crimis, Science Fiction, Romance – das sind Wörter die unseren Gast faszinieren!
00:00:57: Wie ist Frau Mülla zur Autorin geworden?
00:01:00: Was reizt
00:01:00: sie am
00:01:01: Schreiben aber genauso am Lesen?
00:01:03: und wie wird dann daraus eine Geschichte vielleicht sogar ein Buch dass ganz vielleicht auch noch
00:01:09: veröffentlicht
00:01:10: wird Und schlussendlich auch eine Leserin oder einen Leser findet?
00:01:15: Lassen wir uns auf diese Fragen ein und freuen uns auf ein neues Abenteuer.
00:01:20: Herzlich willkommen Frau Müller!
00:01:24: Hallo, ich finde es
00:01:25: großartig dass Sie mich eingeladen haben.
00:01:27: Danke das ich hier sein darf.
00:01:29: Ja wie schön dass sie da sind.
00:01:32: Frau Mülla bitte stellen Sie sich doch einmal vor.
00:01:36: Ja, mein Name ist Stephanie Müller.
00:01:38: Ich bin Autorin von Cozy Crimes, Krimis aktuell.
00:01:43: Nebenbei schreibe ich aber auch Kurzgeschichten im Fantasy-Genre in der Science Fiction und auch Liebesgeschichten.
00:01:51: Mit welchem Gefühl sind Sie denn heute Morgen hier ins Aufnahmestudio gekommen?
00:01:57: Ich war ganz aufgeregt und habe mich wirklich gefreut.
00:02:01: Wir hatten ja schon einen Vorgespräch, ich fand die Fragen, die Sie gestellt haben und einfach unseren Vibe gut.
00:02:09: Super!
00:02:10: Es hat gepasst.
00:02:11: Ja, sehr schön.
00:02:12: Hat sie vielleicht auf dem Weg hierher einer Ihrer... Plotgeister begleitet.
00:02:17: Oh ja!
00:02:20: Ich habe sofort gedacht, als ich hier in Röttgen ankam dass ich unbedingt mal auch einen Tatort hier vielleicht spielen lassen muss aus meinen Krimis das ich Rita vielleicht mal hinschicke.
00:02:32: Ja, das ist eine tolle Idee würde mich sehr interessieren und warten wir mal ab wer denn auch Rita ist.
00:02:42: die wird bestimmt noch hier zu Wort kommen.
00:02:46: Ja, Frau Müller.
00:02:47: Wann ist sie denn zum ersten Mal bewusst geworden dass ihr nicht nur gerne lesen sondern auch schreiben und Buchautoren sein möchten?
00:02:57: Das hat eine ganze Weile tatsächlich gedauert.
00:03:00: Ich war schon immer Leserin und habe dann aber auch im Studium viel geschrieben, sei es Artikel, sei ist Rezensionen über die Bücher, die ich gelesen habe.
00:03:12: Habe auch an einer Literaturzeitschrift mitgearbeitet.
00:03:15: War da ne Zeit lang im Verlag und frei berufliche Lektorin auch.
00:03:20: Und ja, irgendwann machte es dann Mitte der zweitausend.
00:03:25: Zehner Jahre, klick.
00:03:28: Und ich dachte warum versuchst du es eigentlich nicht mal selber?
00:03:31: Eine Geschichte aufzuschreiben vom Anfang bis zum Ende?
00:03:35: und das habe ich dann auch gemacht in Form einer Challenge.
00:03:39: Das war im November, das war so eine große National Novel Writing Month hieß dass da konnte man sich beteiligen und fünfzig tausend Worte eines Romans schreiben also wirklich täglich hinsetzen.
00:03:53: und ich dachte Ich versuche das jetzt Mal Und das war ein ganz unglaubliches Gefühl, einfach auch die Gemeinschaft, die online stattgefunden hat.
00:04:01: Dass alle gemeinsam an ihren Werken arbeiten.
00:04:05: und dann habe ich das tatsächlich auch einmal geschafft.
00:04:07: Danach war ich völlig fertig!
00:04:10: Es ist nämlich nicht ohne Fünfzigtausend Worte zu schreiben in einem Monat.
00:04:14: aber das war so das erste Zeichen.
00:04:16: wenn ich das will kann ich das
00:04:18: auch.
00:04:19: Ja Challenge ist ja eine Herausforderung.
00:04:22: und worin lag die Herausforderung genau?
00:04:25: Ja, dran zu bleiben tatsächlich.
00:04:27: An dem Text sich nicht von den eigenen Zweifeln ablenken zu lassen und diesen Text auch zu beenden.
00:04:35: also fünfzigtausend Worte das ist noch kein kompletter Roman das ist so der erste Anfang.
00:04:41: aber da den Grundstock zu legen später irgendwann in die Überarbeitung zu gehen und das dann fertigzumachen.
00:04:49: Aber die ersten fünfzigtausend Worte, dass ist schon richtig gut da hat man schon wirklich gute Basis.
00:04:55: Das impliziert wahrscheinlich auch das Grundgerüst so wie ich das jetzt auch gehört habe, das Grund Gerüst des Plotts?
00:05:02: Genau!
00:05:03: Und der muss sich ja irgendwie das auch entwickeln wenn wir bestimmt auch gleich noch drauf reingehen.
00:05:12: Vielleicht aber vorab nochmal zu Ihnen, Sie haben mir ja auch erzählt von Hause aus sind sie Germanistin und Archäologin?
00:05:24: Und was hat das denn mit Geschichten und vielleicht sogar mit Büchern zu tun?
00:05:31: Ich glaube, Germanistik liegt da noch sehr nahe.
00:05:33: Das ist ja die Literaturwissenschaft.
00:05:35: Das Studium ist sehr an dem klassischen Kanon auch ausgerichtet.
00:05:39: Zu der Zeit als ich es studiert habe war das zumindest so... Da beschäftigt man sich viel mit Literatur.
00:05:46: Was sind die Methoden?
00:05:48: Wie sind auch die Theorien dahinter?
00:05:51: und Archäologie ist praktisch auch eine Ein Studium der Geschichte Ten und der Geschichte T. In der Archäologie geht es im Gegensatz zu der alten Geschichte häufig um die Objekte, was ist gefunden worden vielleicht auch aus schriftlosen Zeiten?
00:06:09: Was ist tatsächlich überliefert worden?
00:06:11: Und was können diese Objekten uns in der jetzt Zeit über die damalige Geschichte und Zeit erzählen?
00:06:18: Da ist auch ganz viel Interpretation mit manchmal richtige, manchmal falsche.
00:06:23: auch Forscher üren sich.
00:06:26: Und auch da hat es mich fasziniert wie erfahren wir von dieser Geschichte?
00:06:32: Wie setzen wir die in unserer Forschung um und wie vermitteln wir sie dann tatsächlich heute weiter nach außen an Museumsbesucher, an die anderen Forscher, die darüber lesen diese Aspekt Geschichten zu erzählen über Geschichten etwas zu erfahren und das zu vermitteln.
00:06:51: Das zieht sich praktisch durch mein gesamtes Berufsleben.
00:06:55: Sehr schön, dann ist der Gedanke eine eigene Geschichte
00:06:59: zu
00:07:00: entwickeln und auch weiterzugeben ziemlich nahe.
00:07:05: Ja irgendwann kam es dann einfach dass ich mich gefragt habe warum hast du das eigentlich noch nicht selber ausprobiert?
00:07:11: Probier's einfach mal!
00:07:13: Und das Ja, mein Motto einfach mal machen.
00:07:17: Es könnte ja gut werden, dass man das ausprobiert und wenn man dann auf neue Herausforderungen stößt oder sonst irgendwas... Also es hat mich damals dann wirklich gepackt.
00:07:27: nachdem ich die ersten fünfzigtausend Worte geschrieben habe konnte ich ehrlich gesagt nicht mehr aufhören.
00:07:34: Und so ist es ihr Begleiter geworden.
00:07:38: schreiben?
00:07:39: Absolut.
00:07:40: Das freie Schreiben, sei es morgens das Geschichten, schreiben Geschichten entwerfen Figuren zuhören was diese Figuren einem zu sagen haben.
00:07:53: Häufig beginnt das mit einer einzigen Frage und auf einmal habe ich einen ganzen Plot
00:07:57: im Kopf
00:07:59: oder auch ein Bild oder eine Szene die ich sehe sei es im Urlaub oder im Alltag.
00:08:05: Und auf einmal denke ich Was passiert denn dann eigentlich?
00:08:08: Was macht diese Figur?
00:08:10: oder wie ist sie genau in dieser komischen Situation gekommen?
00:08:15: Und dann sind die Rädchen am Drehen.
00:08:18: Ja, gibt es da einen Unterschied zwischen einer Autorin und einer Schriftstellerin?
00:08:27: meiner Meinung nach nicht.
00:08:29: Das ist einfach nur eine unterschiedliche Bezeichnung?
00:08:31: Genau,
00:08:31: absolut!
00:08:32: Und jeder der schreibt darf sich auch Autorin nennen ist meine Meinung.
00:08:36: das heißt auch nicht dass man dann veröffentlicht haben muss.
00:08:39: ich kenne auf.
00:08:40: viele AutorInnen die tatsächlich einfach nur für sich schreiben und die Freude an diesem Handwerk schreiben haben und gar nicht veröffentlichen wollen.
00:08:50: aber ich kende halt auch ganz viele dies tun.
00:08:55: also Ein geschriebenes Wort ist schon genug unter Umständen und braucht nicht die Spiegelung durch eine Leserin zum Beispiel.
00:09:07: Nein, nicht zwingenderweise.
00:09:10: Haben Sie mal ein Buch geschrieben das sie nicht veröffentlicht
00:09:13: haben?
00:09:13: Oh ja!
00:09:14: Das war das erste von dem ich gerade erzählt habe diese ersten Fünfzigtausend Worte.
00:09:19: Das war ein Eifelkrimi an den ich einfach... blind sozusagen dran gegangen bin.
00:09:25: Ich habe vorher nicht geplottet, nicht geplant ich hab einfach von vorne bis zum Ende runter geschrieben.
00:09:30: seitdem mache ich das auch anders in der Methode.
00:09:33: aber da der wird auch niemals das Licht der Welt erblicken und der liegt in der Schublade.
00:09:39: also da klangen jetzt schon begriffelt durch die so in das Handwerk richtig reingehen.
00:09:45: wollen wir da mal drauf schauen.
00:09:47: sehr gerne
00:09:48: wenn sie sagen plotten
00:09:49: was meinen
00:09:50: Sie damit?
00:09:52: Ich bin Plotterin, das heißt ich überlege mir im Vorfeld die bestimmten Meilensteine eines Krimis.
00:10:01: Wer ist der Mörder?
00:10:02: Wer ist das Opfer?
00:10:03: Was passiert am Anfang in der Mitte und am Ende?
00:10:06: Und dazwischen gibt es weitere Plottpunkte.
00:10:10: Das heißt ich verknüpfe den roten Faden von einer Szene zur nächsten und weiß im Vorfield genau was passiert.
00:10:18: Und dann, wenn ich mich dran setze das zu schreiben passiert auch noch ganz viel und manchmal muss sich da noch Dinge umstellen.
00:10:24: Aber diese Grundstruktur die überlege ich mir halt im Vorhinein und auch die falschen Pferden, falsche Verdächtige oder Ähnliches Das versuche ich dann alles im Vorfeld zu entwickeln und dann eben in eine einigermaßen logische Struktur zu bringen.
00:10:45: Ich erinnere mich jetzt mal so ganz dunkel an keine Sternstunden im Deutsch unterricht, wenn man da einen Aufsatz schreiben sollte.
00:10:54: Und manchmal wusste ich dann noch nicht am Anfang wie denn das Ende aus.
00:11:01: in Deutsch war meistens nicht so
00:11:03: gut.
00:11:06: Ja, so habe ich meinen ersten Krimi wie gesagt geschrieben.
00:11:09: Das war so mehr entdeckend schreiben.
00:11:11: dafür gibt es auch ein Begriff der kommt auch aus dem Englischen.
00:11:15: das nennt sich Panzer
00:11:18: An einem
00:11:19: Stift oder?
00:11:20: Nee, von den Hosenpens.
00:11:22: Ah!
00:11:22: Von Pens
00:11:22: ja.
00:11:23: Da gibt es so ein englisches Sprichwort.
00:11:24: das habe ich jetzt gerade nicht mehr parat.
00:11:26: aber die schreiben sozusagen entdeckend und wissen noch nicht was am Ende rauskommt oder haben nur eine ganz grobe Ahnung davon.
00:11:35: auch dass funktioniert ohne weiteres.
00:11:38: Aber Ich hab da ein bisschen mehr Struktur ist mir da einfach lieber.
00:11:42: Und Ja
00:11:44: Das ist dann Ihre Individualität.
00:11:46: Genau,
00:11:47: genau!
00:11:47: Es gibt auch tatsächlich Autorinnen die eine Mischung aus beidem machen.
00:11:52: das funktioniert auch und ich werde ja dann auch meine Szenen dann auch freischreiben wenn ich weiß was der Anfang ist und was das Ende ist und dazwischen kann immer sehr viel passieren.
00:12:07: Wie wird denn dann aus der Idee dem Plot der Struktur
00:12:13: Sprache?
00:12:15: Das ist eine gute Frage.
00:12:18: Es wuselt immer so ganz viel im Gehirn herum an Bildern, an Figuren und ja dann überlege ich was machen die?
00:12:28: Und wie sind sie charakterisiert?
00:12:30: Wie kann ich das in diese Sprache, dieses Werk einfließen lassen?
00:12:36: Ist Rita zum Beispiel eher die Trocknare oder die immer in kurzen Sätzen antwortet?
00:12:42: Ist eine andere Figur vielleicht mehr, die etwas übertriebenere, die immer ausholt und dann auch eine sehr blumige Sprache hat.
00:12:54: Ja was ist der Stil?
00:12:55: Welche Ästhetik möchte ich auch mit rüberbringen?
00:12:57: Und dafür ist die Sprache natürlich in ihrer Vielfältigkeit auch einfach super geeignet.
00:13:04: damit kann man auch sehr viel spielen.
00:13:06: Das heißt, die
00:13:08: Sprache,
00:13:09: die Sie wählen ist nicht unbedingt stetig am Anfang
00:13:14: fest.
00:13:15: Nein!
00:13:16: Die variiert dann anhand der Figuren.
00:13:18: und möchten Sie vielleicht bei jetzt mal ein ganz guter Moment unseren Hörerinnen die neueste Erscheinung vorzustellen und darin ein Beispiel zu geben
00:13:31: wie
00:13:32: die Idee zur Sprache wird?
00:13:34: Sehr gerne
00:13:35: Ich hab's hier liegen, übrigens.
00:13:38: Ganz frisch gedruckt?
00:13:39: Ja!
00:13:41: Genau ich habe kürzlich Ende Juli Anfang August meinen Cosy Crime den ersten Band einer neuen Bonn-Krimi Reihe veröffentlicht.
00:13:52: das ist Rita und der Mord im Loft Und die Hauptperson heißt halt Rita.
00:13:57: Rita schwarz sie wohnt in Düstdorf und ist schon älter, seventy Jahre alt Und ihre Freundin ist gerade im Krankenhaus, hat gerade eine Hüftröpe hinter sich und das ist ein ganz lustiges Paar.
00:14:13: Sie ist eher die introvertierte Di Rita und Betty, ihre beste Freundin, ist die extrovertierte und hatte immer alles zu bestimmen und möchte auch gerne immer alles erleben.
00:14:23: und es jetzt ganz unglücklich dass sie in diesem Krankenhaus ist.
00:14:27: Ja und die Enkelin von Betty, das ist jetzt ein kleiner Spoiler aber der kommt sehr früh wird eben ermordet.
00:14:36: Und dann gibt Betty Rita den Auftrag doch diesen Fall aufzulösen weil der Polizei traut sie nicht so ganz.
00:14:45: Und ja, Rita isst eine Seniorin, ihr maler Sekretärin hat vieles schon mitgemacht in ihrem Leben.
00:14:55: Sie habe ich tatsächlich, äh, two-tausendneunzehn das erste Mal sozusagen gehört.
00:15:02: Während eines Urlaubs auf den Kanalinseln popte sie auf einmal in meinem Kopf
00:15:08: auf... Und sie sagen gehört?
00:15:10: Ja, gehört!
00:15:11: Sie fing an zu reden und dann dachte ich okay, das ist eine Idee die musst du jetzt mal aufschreiben.
00:15:17: Und dann hab' ich auch ganz viel notiert, ganz viele Ideen niedergeschrieben, hab' auch ein bisschen was angefangen zu schreiben hatte dann immer die dritte Person Singular beim Schreiben, bei den ersten sie genau.
00:15:33: Und irgendwann gegen Ende dieses Urlaubs dachte ich ne irgendwie hört sich das komisch an.
00:15:38: Ich wechseln mal zum ich und da hörte sie gar nicht mehr auf zu reden.
00:15:43: Da habe ich dann tatsächlich gemerkt okay Sprache macht auch wahnsinnig viel aus.
00:15:47: ich hab noch sehr viel mehr über Rita erfahren und daraus habe ich eben diesen Krimi entwickelt.
00:15:58: Die Perspektive
00:15:59: ist da entscheidend.
00:16:00: Und gibt es sowas wie ein Eigenleben der Plotteilnehmer?
00:16:07: Total!
00:16:10: Was einerseits sehr
00:16:11: schön ist... Sie kommen mal ohne dass sie das unbedingt ankündigen?
00:16:15: Absolut, so wie heute Morgen.
00:16:18: Das kann durchaus passieren genau.
00:16:22: Ich plane ja sehr viel und plotte auch sehr viel.
00:16:24: Und habe so meine Hauptfiguren, da weiß ich was sie machen.
00:16:28: aber manchmal entwickeln die sich auch in eine Richtung wo ich dann kurz mal innehalten muss und denke okay was macht sie denn jetzt?
00:16:35: das ergibt doch sogar keinen Sinn?
00:16:36: Dann überlege ich aber ein bisschen und dann macht es doch Sinn!
00:16:39: Ich wusste nur diesen Aspekt dieser Figur noch nicht bewusst aber offensichtlich im Unterbewusstsein.
00:16:46: Also manchmal machen Figuren auf was sie wollen
00:16:49: Und wie ist Ihre Haltung dann zu diesen Figuren?
00:16:54: Dann versuche ich, innezuhalten und Ihnen zuzuhören.
00:16:58: Und herauszufinden – was wollen Sie mir jetzt damit sagen?
00:17:01: Was will ich in diesem Buch eigentlich ausdrücken und ist das der richtige Weg den Ich eingeschlagen habe?
00:17:07: oder ist es vielleicht doch der spannende oder doch eine kuriosere Variante die mir die Figur jetzt vorschlägt?
00:17:14: Manchmal ist es der eine Weg und manchmal ist es Und manchmal muss ich beide schreiben und dann erst entscheiden, welcher der besser ist.
00:17:25: Da kann sich ja auch ein anderes, eine Struktur verändern.
00:17:28: Total!
00:17:29: Und das Ergebnis beziehungsweise der Plot hat einen ganz andres Ende auf einmal?
00:17:33: Ja
00:17:34: also das Ende vielleicht nicht.
00:17:35: bei einem Krimi ist es der Mord, der aufgeklärt wird.
00:17:40: Aber wie man da hinkommt, dass kann durchaus sein.
00:17:43: Auch in diesem Fall bei Rita und dem Mord im Loft habe ich praktisch das komplette zweite Drittel einmal neu schreiben müssen weil ich eine Figur komplett rausgenommen habe und dann sich die ganzen Strenge auch verändert haben.
00:17:58: Aber jetzt macht es auch sehr viel mehr Sinn, das kam ja aber erst in der zweiten Überarbeitung diese Idee.
00:18:05: Da erfordert es aber viele Disziplinen und dann zu sagen und ich komme also am Ende damit, woher kommt da ihre Motivation?
00:18:17: Damit habe ich sehr, sehr gekämpft.
00:18:19: Zwei-tausend neunzehn hatte ich die erste Idee zu Rita.
00:18:22: Wir haben jetzt zwei tausend sechsten zwanzig das sind sieben Jahre.
00:18:27: Ich hab dazwischen natürlich auch ein bisschen was anderes gemacht an anderen Geschichten geschrieben gearbeitet vor allen Dingen Ich habe ja auch noch einen Vollzeitjob Aber im Hintergrund lief Rita natürlich immer mit.
00:18:40: Das heißt Sie haben schlicht und ergreifend auch einen langen
00:18:43: Atem.
00:18:44: Genau, den muss man als Autorin tatsächlich auch haben.
00:18:47: Weil man sich ja immer wieder selber motivieren muss, sich an den Schreibtisch zu setzen und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen die man vielleicht schon hundertdreißigmal gelesen hat.
00:18:59: Und auch immer wieder zu versuchen diesen inneren Selbstzweifel zu unterdrücken und weiterzumachen und diszipliniert dranzubleiben.
00:19:10: das ist glaube ich die größte Herausforderung an dem ganzen Thema.
00:19:14: Was hilft Ihnen da am meisten?
00:19:17: Regelmäßigkeit.
00:19:19: Regelmäßig mich hinzusetzen zur gleichen Uhrzeit, ich mache das häufig Freitagsabend und dann Samstags- und Sonntagsmorgen.
00:19:28: Das sind so meine Hauptarbeitzeiten zum tatsächlichen Fiktionalen schreiben.
00:19:36: Und da darf dann auch keiner stören!
00:19:39: Da habe ich dann meine zwei Stunden, wo ich dann wirklich runterschreiben kann oder auch mal länger einmal kürzer je nachdem wie es läuft.
00:19:47: und ja da die regelmäßigkeit wenn dann was dazwischen kommt.
00:19:51: Dann kann das auch schon Mal sein dass ich zwei drei Wochen gar nicht dran arbeite Und dann ist Es immer schwieriger in die geschichte wieder hinein zu kommen.
00:19:58: werden Die stimmen dann leiser?
00:20:02: Nicht unbedingt Aber die Konzentration an welchem Plotpunkt oder in welchen Problemen sitzt sich gerade, da muss man dann immer wieder reinkommen.
00:20:12: Und wenn man das nicht regelmäßig macht, dauert dieser Moment ins Reinkommen tatsächlich immer ein Ticken länger?
00:20:19: Ich denke, da sind sie in bester Gesellschaft mit vielen berühmten Autoren, die das genau so gehandhabt haben.
00:20:27: also... quasi mit der Uhr am Schreibtisch und lässt das jetzt sehr schön nachvollziehen.
00:20:34: Und wie ist es mit der Lust am schreiben?
00:20:37: Wie wird die beeinflusst?
00:20:39: Oh, Lust am schreiben habe ich eigentlich immer!
00:20:42: Das ist nicht das Problem.
00:20:46: Allein schon die Finger auf der Tastatur zu haben und dann loszulegen... das ist irgendwie immer da.
00:20:52: aber sich selber zu überzeugen dass man auch was schafft oder dass man dann geschrieben hat, das ist halt immer dieser psychologische Effekt der manchmal dagegen spricht.
00:21:06: Wie kommt
00:21:06: denn
00:21:07: die Geschichte einmal geschrieben zur Veröffentlichung und auch an den Leser oder die Leserin?
00:21:15: Vielleicht möchten sie uns das auch noch erzählen.
00:21:19: Das ist tatsächlich auch ein genauso spannender Prozess wie das schreiben selber.
00:21:24: Wenn ich mit einer Geschichte fertig bin, dann mache ich meistens eine kleine Pause.
00:21:30: Die kann mal ein Monat sein die kann auch länger sein und dann gehe ich mit frischem Blick praktisch wieder an diese Geschichte dran und überarbeite sie.
00:21:41: Diese Überarbeitung können ein zwei bis zu zehn Überarbeitungsrunden sein.
00:21:46: das hängt ein bisschen davon ab ob man dann die Mitte raus schmeißt und wieder neu schreibt oder nicht oder ob man irgendwelche anderen Plottfehler findet.
00:21:55: Manchmal sind die Figuren noch nicht genügend ausgearbeitet, da braucht es dann noch Nachbesserung.
00:22:01: Manch mal schmeißt man Zähnen raus und fügt neuer ein – das ist sehr unterschiedlich!
00:22:07: Und dann kommt irgendwann der Punkt und man sagt, okay jetzt ist es gut.
00:22:10: Jetzt kann ich auch nichts mehr ändern.
00:22:13: Jetzt werde ich sozusagen betriebsblind.
00:22:17: Ich sehe nichts mehr.
00:22:18: Mir ist alles egal!
00:22:19: Ich will das Buch nicht mehr sehen.
00:22:21: Jetzt muss jemand externes drauf gucken.
00:22:23: Das können entweder Testleser-Innen sein oder auch tatsächlich dass man ein Vektorat beauftragen.
00:22:31: Ich bin Self-Publisherin, deswegen habe ich eine Lektorin beauftragt die dann ganz professionell an diesen Text herangeht und auf Logiklücken liest.
00:22:40: Macht der Sinn?
00:22:41: Macht er keinen Sinn?
00:22:42: Sind die Charaktere genügend charakterisierend?
00:22:48: Und dann bekommt man das Feedback und dann geht man in die nächste Überarbeitungsschleife.
00:22:53: Das ist ein weiter Weg
00:22:55: Absolut!
00:23:02: Das Buch ist fertig.
00:23:04: Ja, aber dann liegt es da.
00:23:07: und was passiert da?
00:23:09: Und überhaupt!
00:23:09: Also
00:23:10: ich meine wenn ich das jetzt sehe hier an diesem Beispiel... Das ist ein Taschenbuch, das hat einen sehr bunten Einwand mit Motiven die das Buch widerspiegeln.
00:23:23: Ist das Ihre Arbeit?
00:23:25: Nein, das ist eine Arbeit einer Cover-Designerin.
00:23:28: Also wenn der Text dann endlich fertig ist durch das Lektorad vielleicht auch noch durch ein Korrektorat durch ich da den Punkt hintergesetzt habe Dann kommt natürlich das äußere Das Cover!
00:23:40: Das ist das wichtigste Vermarktungsinstrument für Bücher.
00:23:44: Dass das Cover ansprechend ist dass es im Regal oder in den Online-Shops sichtbar ist dass die Leute neugierig werden Und dafür habe ich eine Cover Designerin engagiert.
00:23:57: Das kann man als Self-Publisherinnen, da gibt es ganz viele Angebote auf dem Markt von freien Grafikern und Cover DesignerInnen.
00:24:05: Dann sucht man sich eine aus die zu einem Genre passt... mit der man vielleicht auch schon mal zusammengearbeitet hat und die entwickelt dann Entwürfe.
00:24:14: Man kriegt in der Regel einen Fragebogen von den Cover-Designerinnen, in welche Richtung soll es gehen?
00:24:20: Welches Genre betrifft das?
00:24:22: Welche Zielgruppe wird angesprochen damit sie dann auch ein marktgerechtes Cover erstellen können?
00:24:29: Und jetzt haben Sie zu Hause bei einer schönen Tasse Café dieses Buch neben sich oder vor sich liegen.
00:24:38: Großartig.
00:24:39: Ich bin total stolz, dass dieses Buch nach sieben Jahren das Licht der Welt erblickt hat.
00:24:45: und ja die Zusammenarbeit auch mit der Cover-Designerin, mit der Lektorin – das war eine wunderbare Erfahrung!
00:24:53: Und es hat mich selbst menschlich aber auch schriftstellerisch unglaublich viel weitergebracht.
00:25:00: ich habe soviel gelernt in diesen zwei Prozessen und überhaupt im Gesamtprozess.
00:25:05: Und ja, ich freue mich jedes Mal wenn ich dieses Taschenbuch in der Hand habe und es gibt das auch als E-Book.
00:25:10: Auch das ist großartig diese zwei unterschiedlichen Formate wirklich anbieten zu können.
00:25:15: Das war vor zwanzig Jahren noch ganz anders.
00:25:17: also da hat sich die Szene ganz anders entwickelt.
00:25:20: Wenn ich jetzt nochmal meine sprachlichen Ableitungen vom Anfang denke dann ist das wirklich so was man sagen kann Ja!
00:25:27: Das ist ein Werk.
00:25:28: Ja
00:25:29: absolut.
00:25:29: Und das ist Ihr Werk?
00:25:31: Ja.
00:25:33: Das haben sie geleistet, das haben sie geschaffen.
00:25:36: Ist das nicht schon genug oder fehlt da noch was?
00:25:43: Also ich glaube es ist... Ich freue mich einfach dass ich jetzt draußen habe und dass es jetzt an die Leser gehen kann.
00:25:52: Die muss ich natürlich noch finden, dafür kommt dann der große Komplex des Marketings hinzu.
00:26:00: Nur weil man ein Buch veröffentlicht hat heißt das nicht, dass die Arbeit zu Ende ist.
00:26:04: Das ist leider nicht so.
00:26:07: Aber dann geht's los!
00:26:08: Ja, die Leute müssen halt wissen und lesen denn, dass es dieses Buch überhaupt gibt Auch mit einem Grund, warum ich mich freue hier in diesem Podcast.
00:26:15: Völlig legitim
00:26:17: absolut!
00:26:18: Mir geht es jetzt auch einfach mal darum zu verstehen was macht ein Autor und wo hört die eigene Arbeit auf?
00:26:24: oder wo kann man auch sagen so jetzt mache ich mal das hat mich viel Energie gekostet, viel Zeit wahrscheinlich auch Geld was ich da reingesteckt habe genau aber dann auch zu sagen ich mach jetzt mal den Buchdeckel zu.
00:26:37: Und jetzt, Sie haben eben gesagt das Licht der Welt erblickt.
00:26:41: Jetzt lass ich mein Baby mal so auf seinen Weg gehen?
00:26:45: Genau!
00:26:46: Das ist jetzt auch der Punkt.
00:26:48: Neben den Werbemaßnahmen, die ich versuche natürlich über meine sozialen Kanäle rauszulassen, dass die Leute wissen, dass das Buch da ist.
00:26:55: aber das Buch ist jetzt abgeschlossen.
00:26:57: und ja... Ich mache mir jetzt schon Gedanken um Band zwei.
00:27:02: Ja, darf ich
00:27:02: da
00:27:02: nochmal kurz einhaken?
00:27:03: Total gerne.
00:27:06: Und die Plotgeister?
00:27:07: Die Plotgeister, die geistern ganz fleißig um mich herum.
00:27:11: Also sie sind mit dem Buchdeckel nicht zu?
00:27:15: Nein das geht weiter!
00:27:16: Das geht mit den Figuren in diesem Buchdecke.
00:27:19: da gibt es gewaltig Aufschreihe bei den Plot-Geistern.
00:27:23: dass sie noch weiterentwickelt werden wollen, dass sie Ideen haben... Da wird mir ganz viel zugerufen.
00:27:31: und aber ich habe auch Plottgeister jede Menge.
00:27:35: Ich habe eine lange Excel-Tabelle mit meinen Ideen zu anderen Büchern.
00:27:41: Nicht nur zu dieser Krimi-Reihe, zu anderen Reihen und zu anderen Genres.
00:27:45: Und dann muss ich immer gucken, okay welchem widmest du deine Zeit jetzt als Nächstes?
00:27:50: Hör' ich da gerade so ein bisschen die Archäologin, die sortiert... Auch!
00:27:55: ...und mit dem Pinselchen die einzelnen Plotgeister so ein bißchen säubert und dann auch mal zur Seite legt.
00:28:03: Das ist ein sehr schönes Bild.
00:28:06: Das passt ein bisschen, ich sortiere sehr viel.
00:28:09: Ich arbeite viel mit Struktur, viel mit Excel-Tabellen Mit unterschiedlichen Schichten Und ja manchmal popt dann so einen Plotgeist auf und verlangt Aufmerksamkeit.
00:28:23: Wenn man die einzelnen Teile zusammenlegt wird vielleicht wieder etwas anderes daraus
00:28:30: Absolut.
00:28:31: Und Sie begeben sich dann auf Entdeckerreise?
00:28:35: Ja.
00:28:36: Absolut!
00:28:37: Entdeckereise trifft es auch wirklich schön, denn ich entdecke beim Schreiben, beim Vorbereiten bei der Figurenentwicklung meine Figuren.
00:28:48: Selbst wenn sie schon einmal aufgepoppt sind haben sie ja noch keine Tiefe.
00:28:52: Sie haben noch keine Wünsche und noch keine Geheimnisse die für so ein Buch natürlich wichtig sind.
00:29:00: bei der Entwicklung entdecke.
00:29:03: Ich stelle Fragen an meine Figuren.
00:29:07: Es gibt da einen Fragebogen, den habe ich mir mal zusammengestellt auch aus dem Internet.
00:29:12: Da kann man ganz viel zur Figur in Entwicklung finden und für jede Figur die eine Hauptperson ist manchmal auch für die Nebenfiguren gehe ich den einmal komplett durch.
00:29:22: das sind zehn Seiten an Fragen Und danach kenne ich meine Figur mit all ihren Schönen Sachen und Ideen, aber auch mit ihren Ticks.
00:29:34: Mit ihren nicht so schönen Gedanken was sie vielleicht mal verletzt hat Was dann der Auslöser für eine andere Reaktion ist die ich im Buch selber unterbringen kann.
00:29:49: Sie haben da kleine Werke große Werke.
00:29:54: Auch die Plotgeister sind ja die Figuren sind ein Werk stelle ich mir jetzt auch gerade mal vor, wie sie daran schleifen oder pinseln und was da so alles
00:30:07: kommt.
00:30:09: Was ist Ihre größte Inspirationsquelle?
00:30:14: Ich würde sagen der Alltag!
00:30:28: Kuriositäten an Menschen aus dem Alltag, die mit ihren... ja.
00:30:35: Leiden mit ihren Freuden unterwegs sind.
00:30:39: und da höre ich manchmal Dialoge, die finde ich interessant.
00:30:43: Da höre manchmal ein Wort was mich in eine ganz andere Richtung bringt dass ich gebe dann um Gotteswelt nicht diese Menschen wieder.
00:30:52: aber das löst dann etwas in mir aus und das bringt mich wieder auf einen anderen Ideen zweig.
00:30:57: und da entdecke ich auf dieser Reise ganz viel und das lasse ich dann auch wieder einfließen.
00:31:06: Wo sind sie denn da selbst Teil ihres Plotgeist?
00:31:14: Ich glaube, in diesem Auffinden und Zusammenstellen...
00:31:19: Wieder die Archäologie.
00:31:20: Ja genau!
00:31:23: Das ich kitzel dann etwas heraus oder diese Idee kommen zutage und dann denke ich, da musst du jetzt mal tiefer reingehen, die Schichten abtragen, die Geschichte herauskitzeln.
00:31:41: Ist es dann ein Teil Selbstreflektion, die da auch notwendig ist?
00:31:47: Ich glaube das ist ein sehr großer Teil vom Autoren-Dasein noch immer selbst reflektiert auf sein Werk und sein eigenes Schreiben
00:31:55: auf die Sprache
00:31:56: zu gucken.
00:31:58: Und ich glaube ich habe noch keine Geschichte geschrieben wo nicht auch ein kleiner Teil von mir drin ist.
00:32:04: Immer versteckt und irgendwo aber ich weiß immer... So hättest du vielleicht gehandelt oder das ist jetzt ein Tick von dir, den hast du da auch mal eingebaut und einer anderen Figur gegeben.
00:32:15: Irgendwo ist immer ein Stück von mir in den Geschichten auch
00:32:18: dran.".
00:32:20: Und wenn sich dann die Geschichte mal in eine andere Richtung entwickelt?
00:32:27: Was macht das mit ihnen?
00:32:31: Dann bin ich erstmal überrascht!
00:32:33: Und dann gehe ich rein und gucke wo geht's denn
00:32:38: hin?!
00:32:39: hilft mir das, hilft dass der Geschichte hilft.
00:32:41: Das den Figuren hilft es vielleicht nicht.
00:32:45: aber auch das ist eine Form der Entdeckung und ich habe festgestellt da ist ein großer Punkt immer auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören.
00:32:55: wenn ich dann so ein aufregendes Kribbeln habe denke ich okay der Storyline dem Fund folgst du jetzt mal.
00:33:06: Und wenn ich kein gutes Gefühl habe, dann denke ich darüber nach okay warum ist das jetzt so?
00:33:11: Da sind wir wieder bei der Selbstreflektion und Warum gefällt mir das nicht.
00:33:16: Ist das weil ich Angst habe in die Richtung zu gehen, weil es dann wirklich komplett anders werden könnte?
00:33:22: Ist es weil Es mir nicht gefällt Weil es dann auf einmal ein Genrewechsel gibt?
00:33:31: auch das hat schon gegeben.
00:33:34: Oder ist es weil es einfach nicht gut ist?
00:33:38: Und da sind wir dann bei einem ganz schwierigen Thema, nämlich der eigenen Bewertung.
00:33:42: Auch das ist etwas was ich lange Zeit ausblenden muss weil der erste Entwurf, der zweite und vielleicht auch der dritte sind nie gut.
00:33:51: Das wird es erst mit der Zeit wenn ich die Schichten abgetragen habe oder weiteres Futter draufgepackt habe.
00:34:00: erst dann kommt dieses Gefühl jetzt ist es
00:34:02: gut eine zeit des Reifens total Und ist das auch eine Zeit des Reifens von Stefanie Müller?
00:34:12: Auf jeden Fall.
00:34:14: Das ist ja, wie gesagt, sieben Jahre habe ich jetzt an diesem Buch gearbeitet und persönlich aber auch schriftstellerisch total viel gelernt.
00:34:23: Vom Handwerk habe ich viel gelernt in dieser Zeit.
00:34:27: Auch das ist ein Bereich... Wir hatten vorhin das Thema Lesen.
00:34:32: Ich lese auch viele Schreibratgeber, ich wende nicht immer alle an um Gottes Willen aber das macht mir Spaß mich in dem Bereich tatsächlich weiterzuentwickeln und zu gucken.
00:34:42: wie machen es denn die anderen?
00:34:44: Welche Tipps haben sie?
00:34:47: Wie kann ich meine Dialoge verbessern?
00:34:49: Wie können ich vielleicht Beschreibungen anders angehen oder mal eine neue Perspektive drauflegen?
00:34:55: Und da helfen sowohl solche Sachbücher wie Schreibratgeber, aber eben auch andere Bücher zu lesen und zu gucken.
00:35:04: Wie machen die anderen Autoren?
00:35:06: Welche Sprache nutzen sie?
00:35:09: Das Thema hatten wir vorhin auch.
00:35:10: Wie charakterisieren Sie Ihre Figuren?
00:35:15: In welcher Zeitform schreiben Sie zum Beispiel?
00:35:17: Absolut, ja.
00:35:18: Also aus der Vergangenheit zu schreiben ist mit etwas mehr Distanz aus meinem Eindruck verbunden und für den Leser vielleicht auch ein bisschen leichter als in diesem direkten Präsenz.
00:35:28: Ja
00:35:29: absolut!
00:35:31: Welche Gegenwart, Vergangenheitsform... Es hat einen kleinen Nachteil wenn man anfängt so zu lesen.
00:35:43: es wird schwierig das dann auszuschalten.
00:35:47: Egal welches Buch man zur Hand nimmt, man ist als Autorin auf einmal immer neugierig.
00:35:51: Wie machen die Autoren das?
00:35:52: Und fängt an mit so einer halbberuflichen Brille da drauf zu gucken.
00:35:58: Gut!
00:35:58: Da ist ja auch eine gewisse Form von Spiegelung dabei wie Sie gerade eben auch gesagt haben.
00:36:03: Ja mir ging es jetzt... Das ist die Technik.
00:36:07: Aber mir ging's jetzt noch mal um den Gedanken Was macht denn so eine Figur mit Ihnen persönlich?
00:36:13: Die entwickelt sich, Sie entwickeln die Person.
00:36:17: Sie schleifen sie, sie pinseln alles schön ab damit, die klar und wie ein einzelartiges Wesen da steht.
00:36:29: Und nun hat die bestimmte Eigenschaften...
00:36:33: Ja.
00:36:35: ...macht das was mit Ihnen?
00:36:37: Haben Sie da schon mal etwas wie eine Veränderung gespürt?
00:36:43: Veränderungen bei den Figuren oder mir?
00:36:45: ist es wirklich bei mir?
00:36:46: Bei England.
00:36:49: Wären Sie gerne eine Rita, die den Mord
00:36:51: aufklärt?
00:36:52: Nein das tatsächlich nicht!
00:36:55: So weit muss ich sie auch nicht klingen.
00:36:56: Nein genau.
00:36:59: Also so enge Verknüpfung habe ich dann nicht.
00:37:02: dass ich sehe die Veränderung in meinen Figuren Ich kann sie durch die Sprache hervorholen Aber dass ich jetzt traurig war oder irgendwie freudig... doch, freudigt war ich schon mal, dass sich eine Figur verändert hat.
00:37:19: Weil ich dann das Gefühl hatte sie ist besser geworden und sie ist jetzt besser verständlich.
00:37:24: Besser heißt ja nicht unweigerlich, dass sie dann sympathischer ist sondern irgendwie realer authentischer rüber kommt.
00:37:34: Ja aber ich war jetzt auch nicht traurisch, dass ich eine Figuren nicht entwickelt habe oder nicht in die Richtung in die ich ursprünglich wollte, also das ist weder dieser Aspekt.
00:37:46: Ich stelle Fragen an meine Figuren und dann antworten sie mir und dann gucken wir was wir wo sich
00:37:50: hinkommen.".
00:37:52: Und Sie Frau Müller sind auch mit dem fertigen Buch immer noch Frau Mülla?
00:37:57: Auf jeden Fall!
00:37:58: Und nicht auf einmal Rita?
00:37:59: Nein,
00:37:59: nein, auf gar keinen Fall!
00:38:01: Ja, das frage ich auch deshalb weil Teile der Literatur ja wirklich auch den Alltag prägen und unter so eine Rückkopplung erfolgt, die ich auch interessant finde.
00:38:16: Aber warten wir mal ab was noch alles passiert?
00:38:19: Kann ja durchaus sein!
00:38:21: Ja Stichwort lesen.
00:38:23: Ich habe
00:38:23: einmal ein bisschen quer gelesen über sie Und Sie haben mal gesagt Die Buchhandlung enttäuscht nie.
00:38:33: Das kann sein dass ich das mal gefragt habe Warum?
00:38:39: Ja, weil es da einfach die Möglichkeit gibt so viele unterschiedliche Geschichten zu finden.
00:38:45: Die Buchhandlung hat immer Bücher in den Regalen stehen und einfach da reinzugehen vollgepackt mit Büchern, dass erdet mich immer schon.
00:38:56: Das macht mich glücklich, dass es diese Worte auf dem Papier gibt und dass sie so unterschiedlich und so vielfältig sind.
00:39:04: Deswegen enttäuscht mich die Buchhandlung auch nie – ich finde in der Regel auch immer was!
00:39:11: Egal in welche Ich gehe, ob sie unabhängig ist oder eine Kette ist, irgendeine Art von Buch.
00:39:18: Damit gehe ich immer
00:39:18: raus.
00:39:19: Und was macht ein gutes Leseerlebnis für Sie aus?
00:39:23: Das ist etwas, was mich mitnimmt, was eine Emotion in mir auslöst.
00:39:30: Ich liebe Bücher die mich zum Lachen bringen.
00:39:33: Dass es wirklich sei es Alltagskomik sei es wirklich... guter Karlauer oder sonst irgendwas, wenn es mich so sehr zum Lachen bringt dass ich laut raus lache.
00:39:44: Das ist großartig.
00:39:45: aber auch Bücher die mich zum Weinen bringen.
00:39:48: also auch das, dass das geschriebene Wort auslösen kann.
00:39:53: Das finde ich immer noch faszinierend.
00:39:55: Da sind wir beim Stichwort Gefühle.
00:39:58: Lesen hat viel mit gefühlen zu tun?
00:40:01: Absolut
00:40:03: ja.
00:40:04: Man kann durch das Lesengefühle kennenlernen, die man vielleicht noch nie hatte.
00:40:08: Man kann Gefühle kennengelernt oder wiederentdecken, wie man hatte.
00:40:13: Die Worte, die Schrift und Sprache können so viel auslösen in einem.
00:40:18: Und ja ich liebe das Lesen!
00:40:23: Ist es da wichtig einfach nur die Buchstaben zu sehen und das zu lesen?
00:40:28: Oder vielleicht sogar zu hören?
00:40:34: Da gibt es ja auch unterschiedliche Vorlieben.
00:40:41: Ich mag es tatsächlich zu lesen, also Schrift auf Papier oder die elektronische Schrift Auf dem E-Reader.
00:40:49: Bei Hörbüchern habe ich den Effekt dass ich dabei meistens einschlafe Und ich lese auf dem Papier auch schneller, als das Hörbücher in diesem Rhythmus höre.
00:41:05: Für mich ist da das Lesen eindeutig vorne weg also das schriftliche Lesen.
00:41:11: aber Hör Bücher
00:41:12: haben natürlich auch einen Effekt dass sie dann über die Stimme auch nochmal ganz viel transportieren
00:41:16: können.
00:41:17: Ja ich denke das ist wahrscheinlich verbunden mit individuellen Vorlieben, welchen Sinneskanal man selber am besten da findet.
00:41:28: und das visuelle hat für mich auch absolut ein... weil diese Aktivität eben noch dabei ist.
00:41:37: Die zwei in Ruhe ist aber trotzdem.
00:41:39: Und wie muss ich mir das denn bei Frau Müller dann vorstellen?
00:41:42: Also heute Nachmittag vielleicht.
00:41:44: Das Wetter ist so minimilo
00:41:47: Eigentlich perfekt zum Lesen.
00:41:48: Ja,
00:41:49: genau!
00:41:50: Und wie geht es dann los?
00:41:51: Dann setze ich mich auf meine Couch und aktuell habe ich einen Cosy Crime.
00:41:57: auch da liegen Lady Hardcastle der zweite Band Da bin ich mittendrin und ja, dann setz' ich mich hin schag es auf und lese Ich habe keine Musik nebenbei laufen, ich habe auch keinen Fernseher nebenbei laufen.
00:42:13: Das ist dann...ich genieße die Ruhe und dass sich mir Zeit nehmen kann mich einfach auf die Couch zu setzen und mal an nichts anderes zu denken sondern nur in die Geschichte einzutauchen Und herauszufinden wie dieser Autor es schafft das ich dieses Buch lesen will.
00:42:26: Das ist wieder der professionelle Blick Genau Wenn ich mir sie da jetzt so vorstelle mit dem Buch und einem Café auf dem Sofa.
00:42:38: Am Anfang sitzen sie ganz gerade und aufrecht, zum Schluss...
00:42:43: Nee, also tatsächlich sitze ich immer sehr krumm auf meiner Couch.
00:42:46: Das ist vielleicht auch nicht gesund aber...
00:42:48: So richtig gemütlich?
00:42:50: Ja so mit den Knien hoch und vielleicht noch ein Kissen zur Unterstützung wo das Buch dann drauf liegt Und irgendwann tut dann alles weh.
00:42:59: Dann muss ich mal die Seite wechseln, dann gehe ich mal zur anderen Seite der Couch oder in den Schneidersitz Oder dann lieg' ich halb und lese Also da ist es auch eine bisschen Bewegung drin Aber möglich so dass sich das Buch im Licht habe.
00:43:14: Ja
00:43:14: und dass es ihnen einfach gut geht, dass sie so ein bisschen fläzen können und die Zeit für sich
00:43:21: haben?
00:43:23: Wie schön!
00:43:27: Ich
00:43:32: hoffe, Sie finden den Humor, den ich eingebaut
00:43:36: habe am Usant.
00:43:37: Dass sie sich auch auf die Geschichte von Rita freuen, dass sie wissen wollen wie es weitergeht und ja vielleicht auch gemütlich bei einem Tee oder bei einem Kaffee das Buch lesen.
00:43:53: Neugierde zu erwecken?
00:43:55: Absolut!
00:43:57: Und ihren Humor... Sie lachen sehr gerne.
00:44:00: Das ist auch heute hier deutlich geworden.
00:44:04: und ja, das finde ich natürlich sehr schön!
00:44:08: Die Sprache hatten wir schon ganz, ganz oft heute... Oh, das war gerade Julie?
00:44:15: Die konnte man sehr gut machen.
00:44:21: Welche Bedeutung würden sie der Sprache auch beimessen wenn so viel Veränderung in der Sprache der sozialen Medien beobachten, die ja nun mit ihrer Sprache gar nichts zu tun haben.
00:44:40: Was ist da vielleicht übergeordnet für sie noch wichtig?
00:44:44: Ich glaube dass wir uns nicht davor verschließen.
00:44:48: Sprache hat sich schon immer verändert und auch in den heutigen Zeiten ist es vielleicht ungewohnt, wie die neue Generation spricht.
00:44:55: Wie Abkürzung oder sonstige Memes auf den sozialen Kanälen funktionieren.
00:45:01: aber ich glaube ja... offen dafür zu sein, dass sich auch solche Dinge verändern können und auch sollten.
00:45:10: Und das dadurch auch neue Dinge entstehen können.
00:45:12: Das möchte ich mir erhalten und hoffe, dass ich da auch weiterhin offen bleibe.
00:45:17: Könnten Sie sich vorstellen mal einen Comic zu schreiben?
00:45:21: Total!
00:45:22: Also... Ich habe tatsächlich schon eine Idee ausgearbeitet und geschrieben und suche praktisch dafür ein Comiczeichner oder eine Grafikerin die das dann in Bilder fast, aber es ist kein klassischer Comic mehr so eine Graphic Novel.
00:45:39: Aber da bin ich auch tatsächlich total offen, auch mal andere Formate auszuprobieren.
00:45:46: Ich habe auch schon einmal über ein Drehbuch nachgedacht oder wie gesagt diese graphic novel Idee das weil man da ja mit der Sprache verbunden mit den Bildern auch nochmal ganz anderen Möglichkeiten hat die Geschichte zu vermitteln Und das finde ich spannend und den Themen möchte ich mich auch noch weiter in meinem Wittmen.
00:46:10: Also da wünsche ich Ihnen einfach ganz viele Abenteuer- und Entdeckungen, die Sie, die Archäologin Stephanie Müller da hoffentlich noch erlebt oder auch erlebt – sie sind eine junge Frau, entschuldigung!
00:46:29: Schau mir mal in die Zukunft.
00:46:32: was wünschen Sie sich für die Zunft?
00:46:36: der Sie ja auch angehören, der AutorInnen.
00:46:40: Wie soll sich
00:46:42: Ihre
00:46:43: Welt entwickeln?
00:46:45: Wie wollen sie in zehn oder zwanzig Jahren sich als Autoren vorstellen?
00:46:54: Ich wünsche mir tatsächlich mehr Vielfalt auf dem Buchmarkt!
00:47:02: Wir sind praktisch an der Schwelle zu dieser Vielfalt.
00:47:06: durch die Entwicklung im Self-Publishing, kommen sehr viel mehr Geschichten auch von Randgruppen zutage.
00:47:13: Die wir so sonst gar nicht mitbekommen würden weil die großen Verlage sie nicht bringen.
00:47:18: ich glaube da steckt ganz ganz viel Vielfald noch drin die wir noch entdecken werden und in zehn zwanzig Jahren wird sich das dann hoffentlich auch zeigen auch in den Regalen und dass das sehr viel mehr Stimmen zu hören sind, von den unterschiedlichsten Menschen.
00:47:39: Und die unterschiedlichen Abenteuer, die dann irgendwie den Geschichten wiedergegeben werden – da freue ich mich drauf!
00:47:47: Ja, sehr schön!
00:47:51: Liebe Frau Müller, das war ein wunderbares Gespräch.
00:47:55: Ich
00:47:56: danke Ihnen!
00:47:57: Ein ganz herzliches Dankeschön.
00:48:00: Ich freue mich, dass Sie uns hier so wunderbar mitgenommen haben in Ihre Welt der Autorenschaft.
00:48:09: Und freue mich Ihnen weiter da auch folgen zu dürfen.
00:48:15: Wünsche Ihnen alles Liebe und
00:48:17: alles Gute!
00:48:18: Ich danke Ihnen.
00:48:19: Danke, dass ich hier sein durfte.
00:48:20: Es war super angenehm dieses Gespräch.
00:48:23: Ja, ich wünsche Ihnen noch ganz viel Spaß beim Lesen.
00:48:26: Dankeschön!
00:48:35: Das war's Stephanie Müller mit dem Motto
00:48:38: einfach
00:48:38: mal schreiben.
00:48:41: Danke für den wunderbaren und spannenden Einblick in Ihre Welt
00:48:45: als Autorin,
00:48:46: Frau Müller!
00:48:48: Vielen Dank euch fürs Zuhören!
00:48:52: Zur nächsten Folge haben wir Doreen Röder eingeladen.
00:48:57: Sie wird uns von Ihren Eindrücken und ihrem Engagement für Frauen in einem Kölner Frauenhaus berichten.
00:49:05: Wir freuen uns wenn ihr wieder dabei seid.
00:49:09: Die Aufnahme ist online ab dem dreißigsten Oktober.
00:49:13: Bis dahin eine gute Zeit!
00:49:15: Schlagsahntrauma, Schlagsahn mit bis einfach mal machen.
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