Jutta Knoll: Beruflich Bier trinken oder was macht man als Biersommelière?
Shownotes
In dieser Folge berichtet Jutta Knoll von ihrer Leidenschaft für das Getränk Bier und ihrer Arbeit als Biersommelière. Wir erfahren, dass sich hinter einem Bier viel mehr versteckt als eine oder zwei übliche Handelsmarken, die der Getränkehändler um die Ecke anbietet oder der Köbbes auf den Tisch stellt. Frau Knoll setzt sich für eine stärkere Bierkultur ein, mit Präsenz und Vielfalt in gepflegter Gastronomie oder auch zu Hause. Sie räumt auf mit dem Dogma der männlichen Vorherrschaft beim Bier und zeigt, was es braucht, um eine gute Botschafterin des Bieres zu sein, die es bis zur Meisterschaft als Biersommelière geschafft hat.
Frau Knoll trinkt Bier aus Genuss. Sie liebt und schätzt dieses Getränk als ein Kulturgut unserer Gesellschaft.
Sie nimmt uns mit auf eine spannende und genussvolle Reise rund um das Thema Bier.
Freut Euch auf eine spannende und unterhaltsame Sendung!
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:10: In dieser Folge ist Jutta Knoll zu Gast.
00:00:14: Als Biersommelier dreht sich bei Frau Knolls alles ums Bier.
00:00:19: Sie ist vielleicht im einen oder der anderen von unseren Zuhörerinnen und Zuhöhrern schon bekannt.
00:00:26: Schließlich wurde Frau Knoll vor nicht allzu langer Zeit zur deutschen Meisterin ihrer Zunft gekürt!
00:00:34: Was heißt es eigentlich, Biersommerier zu sein?
00:00:38: Trinkt Frau Knoll etwa berufsmäßig Bier?
00:00:42: Und welche Geschichte verbindet Frau Kneul persönlich mit der Welt der Biere.
00:00:48: Freut euch auf unseren heutigen Gast und unser Gespräch!
00:00:53: Herzlich willkommen,
00:00:54: Frau Knoll!
00:00:55: Vielen herzlichen Dank!
00:00:56: Ich freue mich sehr heute bei Ihnen sein zu dürfen.
00:01:00: Liebe Frau Knell gerade eben habe ich Ihnen ja ein Glas Wasser angeboten das Sie auch gerne genommen haben.
00:01:08: Wäre Ihnen vielleicht ein Bier lieber gewesen?
00:01:11: Wir haben noch vor vier.
00:01:13: Man sagt zwar überall auf der Welt ist irgendwo auch nach vier, aber ich muss sagen, ich trink schon lieber abends ein Glas Bier und nicht jeden Tag und ich trinke sehr gerne Wasser Und Bier ist ja zu einem ziemlich großen Bestandteil aus Wasser.
00:01:26: Von daher vielen Dank dafür.
00:01:30: Ja ganz spontan mit ein oder zwei Worten Was begeistert Sie an dem Getränkbier?
00:01:38: Also total die Vielfalt.
00:01:39: Das Bier ist unglaublich unterschiedlich und kann für jede Stimmung passend sein, kann zu jedem Essen passend sind.
00:01:49: es ist erfrischend im Winter anders als im Sommer.
00:01:52: also das ist einfach für mich wirklich die VielFalt die mich so total begeistert daran.
00:01:57: Und ich höre schon raus dass auf alle Fälle mehr als ein Durstlöscher
00:02:01: Ja, ja.
00:02:02: In jedem Fall!
00:02:02: Also ich bin sowieso Genussmensch und klar es gibt Gelegenheiten wo man einfach auch mal quasi gegen den durch einen Bier trinken möchte aber das ist halt viel mehr.
00:02:12: Es kann einfach ein Wahnsinns-Genussgetränk sein.
00:02:17: Die Bandbreite werden Sie uns bestimmt der Biere heute noch ein bisschen vorstellen können Aber vielleicht vorweg mal so.
00:02:24: der Gedanke Ist Bier vielleicht ein unterschätztes
00:02:28: Getränk
00:02:29: in unserer Gesellschaft?
00:02:31: Ja, vollkommen.
00:02:32: Ich mache mich auch regelmäßig unbeliebt wenn ich sage Bier wird zu günstig verkauft.
00:02:40: auch von Land zu Land natürlich unterschiedlich, was man eben unter anderem an den Preisen sieht.
00:02:45: Aber es gibt ganz viele Leute die bei mir zur Verkostung kommen, die hinterher sagen ich wusste gar nicht das Bier so unterschiedlich sein kann.
00:02:52: und es ist eben hier.
00:02:53: wir sehen dass in Restaurants es gibt zwei drei Sorten und selbst die Kellnerinnen und Kellner wissen relativ wenig über Bier und dabei ist das eben das Getränk, was uns seit Jahrtausenden begleitet getränkt ist, was eben auch gar nicht so einfach herzustellen ist.
00:03:14: und ja also aus meiner Sicht wird es völlig unterschätzt.
00:03:18: Und in Ihren Augen?
00:03:20: Was macht Bier da so besonders attraktiv vielleicht?
00:03:24: Also ich finde wie gesagt das es zu vielen Gelegenheiten sehr gut passt und kann.
00:03:30: Es ist natürlich auch einfach gesellig Das muss man mal sagen, also wenn man in die Geschichte zurückgeht waren das schon die Menschen, die noch nicht mal sesshaft waren.
00:03:39: Die sich getroffen haben und ziemlich sicher dabei dann ein Bier getrunken haben und sich ausgetauscht haben und friedlich miteinander.
00:03:46: Und was Bier eben... Also es ist die Vielfalt im Geschmack aber auch ganz unterschiedliche Alkoholgehalte natürlich.
00:03:54: Wir haben ja im Moment einen unheimlichen Trend in Richtung alkoholfrei.
00:03:58: Da haben wir bei Bier eben auch wahnsinns Varianten sag ich sowieso immer heutzutage eh keine Strafe mehr ist, ein alkoholfreies Bier zu trinken.
00:04:07: Sondern echt Freude macht und einen auch total begeistern kann.
00:04:10: Und wir können aber auch hochgehen eben bis, ja ich sage mal gebraut so bis an die vierzehn Prozent in etwa.
00:04:15: Ähm...und auch da merkt man natürlich wieder andere Anwendungsbereiche als digestiv zum Beispiel und so.
00:04:22: also ähm ...ja einfach total spannend.
00:04:26: Die große Bandbreite sagen Sie, da stelle ich mir jetzt eben auch ganz verschiedene Trinkgewohnheiten von verschiedenen Menschen zuvor und deshalb ein Bier wobei dem jeder vielleicht sein eigenes finden könnte?
00:04:44: Ja ja ganz genau!
00:04:45: Wobei die meisten Menschen gerade hier bei uns haben ihr klassisches Lieblingsbier.
00:04:54: Freue mich halt immer, wenn Leute auch über den Tellerrand hinaus mal gucken.
00:04:58: Weil wie gesagt es kann eben auch ein bisschen mehr ist natürlich toll, wenn man seine eigene Marke hat und die liebt und die generell eben dann auch kauft und nutzt gerne auch regional um da die Brauereien zu unterstützen.
00:05:10: aber ja also... Man darf durchaus auch anderes Mal probieren finde ich gerade wenn ich irgendwie eine Essensbegleitung oder so mache der passt halt vielleicht jetzt hier wo wir in der Region sind einen Bönch- oder einen Kölsch vielleicht nicht zu jedem essen
00:05:26: Zumal wir ja auch bei unseren S-Gewohnheiten eher international unterwegs sind und uns zum Beispiel hier in Bonn nicht auf das Rheinische beschränken.
00:05:34: Ja, ganz genau!
00:05:36: Also ich finde eben auch wirklich das Regionale ganz, ganz prima.
00:05:40: aber es passt eben nicht immer und wir würden ja auch nie im Restaurant egal ob ich jetzt Rindfleisch, Fisch oder irgendwie keine Ahnung was Süßes oder so da hab den gleichen Wein bestellen.
00:05:54: Und genauso ist es eben eigentlich beim Bier auch, nur dass ich im Restaurant selten die Möglichkeit habe das passende Bier zu bestellen.
00:06:01: Weil es einfach nicht angeboten wird?
00:06:02: Genau!
00:06:03: Richtig weil es einfach nie angeboten wird.
00:06:05: also wir haben halt hier Kölschpilz weizen typischerweise und dann ja heutzutage ein bis zwei alkoholfreie Varianten auf jeden Fall noch aber das war's im Normalfall und sagen wir da is schon kein dunkles Bier dabei
00:06:19: Und in Bayern wäre es dann wieder was anderes natürlich.
00:06:21: Ja, aber da ist die Vielfalt jetzt auch nicht so riesig in den Restaurants.
00:06:24: Da haben wir dann ein helles und ein dunkles... ...und da muss man schon in spezielle Brauereien oder so gehen um dann bisschen mehr probieren zu können.
00:06:34: Da höre ich schon so die Bier-Sommelier bei Ihnen heraus.
00:06:38: ganz toll!
00:06:42: Stellen Sie sich vor, wir spielen jetzt Beruf verraten?
00:06:47: Und was für eine typische Handbewegung würden Sie denn dann machen, damit Ihre berufliche Tätigkeit als
00:06:56: Biersommelier
00:06:58: darin deutlich wird?
00:07:02: überlegen eine typische Handbewegung.
00:07:06: Also was ich total gerne mache, es würde aber jeder an Weinsumier denken ist sie können's jetzt sehen die anderen nicht.
00:07:13: wenn ich so ne schöne große Flasche hab und gerne wo man unten den Daumen reintun kann und dann in Ruhe ausschenken das mache ich total gern.
00:07:21: typischer wo es die Leute rauskriegen würden wäre wahrscheinlich wenn ich eine Ploppflasche machen würde.
00:07:28: genau
00:07:28: dass glaube ich wäre das Woran die Leute es erkennen könnten?
00:07:34: Ja, vielleicht nochmal die erste Bewegung.
00:07:40: Die habe ich ja bei Ihnen auch schon mal sehen dürfen noch einmal ein bisschen dargestellt.
00:07:44: da sind also Flaschen in die man unten reingreifen kann mit dem Daumen.
00:07:49: Wie das eben bei schönen Champagner oder Sektflaschen oder so auch der Fall ist.
00:07:53: genau dann kann man einfach deutlich schöner servieren und Biel eben gerne damit, dass man auch die Wertigkeit auch anhand von Flaschen wie man ein Bier einschenkt.
00:08:07: Also höre ich häufiger mal das Leute sagen so hat mir noch nie jemand einen Bier eingeschickt was eben trotzdem auch möglich ist und das finde ich irgendwie schön.
00:08:16: deswegen habe ich gesagt das könnte ich mir eigentlich sehr schön vorstellen als Handbewegung
00:08:22: sehr ästhetisch Wenn man das Bier dann so in leichten Bogen ins Glas fließen sieht und auch die Farbe des Bieres vielleicht besonders gut herauskommt.
00:08:38: Das machen die Belgier halt sehr, sehr viel.
00:08:40: also manche haben es hier in Deutschland auch schon aber es gibt sehr viele Belgier die diese großen Flaschen entsprechend aufsetzen.
00:08:50: Diese Handbewegung verbunden vielleicht mit dem vorangegangenen Plopp oder Zisch.
00:08:57: Die kennzeichnet eine Biersommelier, der Kollege wäre dann der Biersommerier.
00:09:07: Was machen Sie denn da genau?
00:09:11: Generell als Biersommeier.
00:09:16: Also ich setze mich... Unheimlich viel mit verschiedenen Themen auseinander.
00:09:22: Also erst mal, wenn man diese Biersomie-Ausbildung quasi macht wobei das jetzt nicht wahnsinnig lange dauert aber da bezieht man eben verschiedenste Themenbereiche rein.
00:09:34: also erstmal muss ich natürlich wissen wie wird eigentlich ein Bier gebraut?
00:09:37: dann die verschiedenen Inhaltsstoffe Dann... Wie soll es schmecken?
00:09:42: Was für Bier-Stealer habe ich?
00:09:44: Wie ist die Bier-Historie?
00:09:46: was für Fehler rum gibt es in Bieren usw.
00:09:49: Also es gibt unheimlich viel und ich sage immer, also ich habe aber das hab' ich noch nicht abgeschlossen.
00:09:54: Es gibt auch so Master auf Bierprogramm wo man eben verschiedenste Seminare dann auch nochmal besucht.
00:10:01: Man muss das alles vertiefen Das ist eine Basis.
00:10:05: Aber was ich ja mache ist unheimliche Wissen quasi mit oder schmackhaft weitergeben und da lese ich mich eben immer wieder ein in neue Dinge, entdecke selber für mich Neue.
00:10:18: Es macht gerne natürlich irgendwie im Foot-Pairing Bereich immer wieder so neue Sachen ausprobieren und das gehört eben für mich dazu.
00:10:26: also neben natürlich sowas wie Rechnungsschreiben, Steuer
00:10:29: etc.,
00:10:30: was man wenn man selbstständig ist natürlich auch macht.
00:10:32: aber es ist unheimlich viel nachlesen sich selber weiterbilden und natürlich auch Biere probieren Kontakte zu Brauereien halten, so verschiedenste Themen und ja wenn es dann gut läuft.
00:10:45: Menschen begeistert einfach von dem Thema und vielleicht eine andere Sicht auf dieses Getränk mal ein bisschen reinzugeben.
00:10:54: Würden Sie sagen sie sind eine Botschafterin des Bieres?
00:10:59: Ja würde ich sagen, ich bin tatsächlich Bierbotschafterin.
00:11:02: Das ist die erste... Ich habe das so zweigeteilt gemacht und ich hab erst an der Industrie- und Handelskammer kann man tatsächlich Bier Botschafter werden!
00:11:11: Und das habe ich als Erstes gemacht.
00:11:13: also ja, bin nicht.
00:11:16: Also es gibt da theoretische Ausbildung, die dann auch fortlaufend ist verbunden mit Abschlüssen und gleichzeitig aber auch eine praktische Tätigkeit, die die Biersommelier kennzeichnet.
00:11:31: Da habe ich jetzt schon verschiedene Stichpunkte gehört dieses Bier anbieten zur Verkostung Dann aber auch das begleitende gut passende Essen dazu, empfehlen und zu vermitteln was
00:11:53: dieses
00:11:54: Bier das man ja jetzt gerade probiert ausmacht.
00:11:58: Könnte man das so zusammenfassen?
00:11:59: Ja!
00:12:00: finde ich eine sehr gute Zusammenfassung und das ist eben immer so ein bisschen abhängig dann von der entsprechenden Zielgruppe, wie das Setting stattfindet.
00:12:08: Es können ganz große Gruppen sein es kann auf einer Bühne sein es können ganz kleine Gruppen seien es kann online sein es kan live sein also ganz verschieden oder auch... Ich sag mal die Sommiers, es gibt nur einen kleinen Teil.
00:12:21: Die selbstständig sind viele arbeiten für eine Brauerei machen dann auch die Bierbeschreibung zum Beispiel die auf Flaschen teilweise drauf stehen oder bilden da Leute in Schanktechnik weiter oder kreieren eben auch neue Dinge zusammen mit den Brauern.
00:12:39: also es gibt ganz ganz unterschiedliche Einsatzfelder.
00:12:43: was ist bisher leider sehr wenig gibt es, aber wir haben vorhin schon über das Thema Restaurants gesprochen.
00:12:49: Also Restaurants die irgendwie ein Biersommelier oder eine Biersommerier haben gibt's ganz selten in Deutschland.
00:12:55: Das kennen wir eben nur von Wein.
00:12:57: Aber das wäre theoretisch eben auch ein Einsatzgebiet.
00:13:02: Ansonsten bei Brauereien Die da Verkostung machen Brauerei-Führungen und so weiter
00:13:09: Da habe ich gerade eine in Frankreich, in der Normandie erlebt.
00:13:13: Allerdings ging es darum ein anderes Getränk und da waren tatsächlich auch sommeliers unbedingt notwendig um etwas zu erfahren Also im Sinne der Botschaften, die oder vermittelt werden eigentlich des Wissens aber auch das Wie, des Annährens an das Getränk.
00:13:37: Dass man da nicht einfach sagen kann ich kippe da jetzt mal runter und ja Das war es dann das würde der Sache dem Getränke gar nicht gerecht.
00:13:46: Ja das stimmt.
00:13:47: mir ist allerdings während Sie es gesagt haben ist mir so ein Gedanke gekommen was mir persönlich aber auch immer wichtig ist dass man auf jeden Fall weiterhin Freude dabei behält, bei dem Genuss.
00:14:00: Also ich bin jetzt nicht die, die sagt, ich muss jetzt die Leute total totreden was so ein beschirmtes Bier dann angeht sondern so ein bisschen anregen.
00:14:11: Guck mal na?
00:14:12: Was das so ist, bisschen Historie mitgeben und alles aber es auch nicht zu sehr... zerreden.
00:14:19: Das ist mir irgendwie auch wichtig, weil man hat natürlich auch das Leute sagen bleibt mir weg mit das schmeckt danach und das riecht danach und überhaupt ich möchte es auch trinken können.
00:14:28: Und da glaube ich immer finde ich muss man so eine ganz gute Balance schaffen dass die leute freude empfinden und sich nicht irgendwie belehrt fühlen hinterher.
00:14:38: Das heißt Es geht auch ums genießen Um den Genuss an dem Getränk aber auch der Situation die gerade besteht, dass man vielleicht in einer Gruppe da ist und einen schönen Abendfeier gemeinsam verbringen möchte.
00:14:58: Das habe ich aber auch gelernt!
00:14:59: Also das muss ich echt sagen... Ich habe mich neulich noch mit einer Freundin und so mir ausgetauscht.
00:15:05: Meine ersten Tastings, da hatte ich im Kopf ... Boah!
00:15:07: Das musst du noch den Leuten erzählen?
00:15:09: Und das und das und ab hinterher gedacht.
00:15:10: Um Mist, das haste vergessen.
00:15:13: Und mittlerweile muss ich sagen, mir ist einfach wichtig eine schöne Stimmung natürlich Wissensvermittlung aber so viel wie ich merke dass die Leute eben Lust drauf haben und da ist jede Gruppe anders.
00:15:26: Was entsteht denn dann bei Ihnen, wenn Sie in dieser Situation sind als familiär genau das machen was Sie jetzt beschrieben haben?
00:15:34: Wie Sie sich das auch vorstellen.
00:15:37: Was kommt da in der Rückgräublung
00:15:39: an?
00:15:41: Also im Normalfall total viele nette fröhliche Gespräche und Menschen.
00:15:46: Ich bin natürlich wie jeder in seinem Job manchmal vorher ein bisschen gestresst und denke heute muss eigentlich vielleicht nicht unbedingt mal sein.
00:15:53: so Tage hat man ja Aber hinterher bin ich eigentlich immer ganz beseelt, weil ... Also sind im ... also ich sag mal, neun-neinzig Prozent der Leute sind sehr nett.
00:16:04: Die da kommen und viele die sagen, oh Mensch!
00:16:06: Und hätte ich gar nicht gedacht?
00:16:08: Das war ja mal was ganz anderes und das finde ich irgendwie... Ja, nee, es gibt mir tatsächlich viel.
00:16:13: Wenn ich dann heimgehe, bin ich zwar müde aber sehr zufrieden.
00:16:20: Wie war das denn ... Im Anfang, wie muss ich mir das vorstellen dass sie mal auf diesen Weg sich gemacht haben?
00:16:30: Also ganz am Anfang der gehören die Lorbeeren meinem Mann.
00:16:36: Der hat die Idee gefragt Mensch lass uns doch mal Bier braun.
00:16:39: also das war echt seine Idee und das haben wir bei uns zusammen dann so hobbymäßig auf der Terrasse gemacht, auch mit einem Freund und einer Freundin noch.
00:16:49: Und er hat uns das beigebracht so ein bisschen wie es geht und das hat mich irgendwie total begeistert.
00:16:56: wobei ich immer sagen muss was mich vor allem begeisterte war die Rezepte vorher zu entwickeln weil ich halt auch ganz gerne koche und dann nachher zu probieren wie es schmeckt.
00:17:06: Der Braufvorgang selber hat viel auch mit Putzerei zu tun.
00:17:09: Das ist natürlich total cool, was selber herzustellen und nachher probieren zu können.
00:17:15: Aber ja ich habe eben gemerkt... Ich mache gerne diese Vorbereitung und Verkostung und alles und bin deshalb eben auch auf diesen Soumigierweg dann eingeschlagen weil ich glaube es gibt andere Leute die einfach fürs braun noch besser geeignet sind als ich.
00:17:35: Also die Erfahrung im Brauen war das erste auseinandersetzen mit dem Thema, aber dann haben sie gemerkt, oh nee bei mir ist es doch noch ein bisschen mehr in die Richtung der Sommerier.
00:17:47: Ja also ich finde das probieren so toll und wir haben einfach... Wir haben auch den Fehler gemacht, wir haben zu große Größen glaube ich.
00:17:52: Wir haben immer irgendwie zwanzig, fünfzwanzig Liter gemacht mag halt gerne, das habe ich nachher dann auch gemacht und irgendwann will ich das auch wieder machen.
00:18:00: Also das macht schon auch Spaß aber es dauert ziemlich lang.
00:18:04: Es dauert einen ganzen Tag eigentlich so ein Brauprozess.
00:18:07: Aber dann hab' ich eben das mit verschiedenen Hefenfaguren oder irgendwelche Früchte- oder Kräuter dazugegeben weil ich einfach gemerkt hab', dass was mich begeistert ist.
00:18:16: So ein bisschen das Rumpenspielen auch damit.
00:18:19: Und das ist natürlich dann leichter wenn man die verschiedensten Dinge wo anders dann auch zukaufen kann.
00:18:26: Ja, da fällt mir so spontan das Reinheitsgebot ein.
00:18:30: Also ich habe nun wirklich da wenig Berührung bisher mit und Bierbrauen schon mal gar nicht.
00:18:37: aber ich stelle mir das auch sehr aufwendig wie gesagt vor dass da etwas bei rauskommt was bei aller Neugier der auch noch verträglich ist beziehungsweise bekömmlich.
00:18:49: eher gesagt
00:18:51: Ja, das sind glaube ich zwei Themen jetzt.
00:18:53: Also da haben wir auf der einen Seite das Thema Reinheitsgeburt und auf der anderen Seite das was Bekömmliches rauskommt.
00:18:59: weil würde ich tatsächlich nicht in einem Zusammenhang
00:19:03: unbedingt sehen,
00:19:06: weil wir also historisch gesehen ja mit ganz vielen Zutaten gebraut haben, also ob es Früchte, Kräuter oder andere Dinge sind die alle nach Reinheitsgebot.
00:19:17: Dass es so auch eigentlich gar nicht gibt ist das deutsche Biersteuergesetz, nachdem wir brauen.
00:19:22: aber der Name Reinheitsgebot hat sich eben Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:19:28: da wurde der eingeführt, weil es natürlich auch super klingt.
00:19:32: Es ist ein Mega-Marketinginstrument und man kann ganz tolle Biere auf Basis des Reinheitsgebots machen.
00:19:38: Aber wie gesagt, es gibt auch Biere die mindestens genauso rein sind aber eben in Deutschland nicht gebraut werden, weil andere natürliche Zutaten mit drin sind.
00:19:49: Und da habe ich schon mitgespielt.
00:19:50: also für mich muss das nicht nur nach Reinheitsgebot sein.
00:19:55: Das hat auch Ihr Interesse an anderen Bieren entstehen lassen.
00:20:00: Also solche, die eben nicht aus Deutschland
00:20:03: kommen?
00:20:04: Ja also wir haben in Deutschland eine ganz tolle spannende Bierkultur viele hochwertige Biere.
00:20:12: man muss aber ehrlich sagen dass die Biervielfalt immer kleiner wurde und ich gebe dafür nicht irgendwie... Ich mache dafür nicht die Brauereien verantwortlich sondern uns alle quasi als deutsche Biertrinkerin und Biertrinker, weil es musste immer günstiger werden.
00:20:32: Und es musste gefühlt auch immer unkomplizierter zu trinken sein.
00:20:38: So haben sich eben bestimmte Biestile durchgesetzt wie ein Pilz was Wobei sogar weltweit über fünfzig Prozent immer noch ausmachten, helles sind eben viele Biere die so wir sprechen immer gerne von wenig Trinkwiderstand also die sehr gut laufen und dann möglichst zu einem sehr günstigen Preis.
00:20:59: Und so haben wir uns eben die Vielfalt einfach selber kaputt gemacht.
00:21:03: Ich meine das ist ganz klar je günstiger es werden soll desto größer muss irgendwann die Brauerei sein günstige Einkaufskonditionen und so weiter.
00:21:14: Da haben wir selber zugeführt, das hat sich ab den zweitausender Jahren ein bisschen verändert über die quasi Craft Beer Bewegung.
00:21:22: Ich tue mich mit dem Begriff immer schwer weil es eigentlich vor allem alte Bier-Style waren, die nochmal wieder neu jetzt produziert wurden viele kleine Brauereien, die dadurch entstanden sind was ich einfach großartig finde, weil eben für jeden dann auch das passende Bierchen da ist.
00:21:40: Man muss aber sagen dass die Tendenz leider gerade wieder in eine andere Richtung geht.
00:21:47: Alleine deshalb natürlich sagt man eine Flasche Bier von einem kleinen von einer kleinen Brauerei kostet eben auch mal an die drei Euro.
00:21:55: Und da sind wir gerade in Deutschland sehr preis-sensitiv, das ist in anderen Ländern echt anders.
00:22:03: also wenn man irgendwie zum Beispiel so ein IPA India Pale Ale was man weltweit deutlich besser bekommt als hier bei uns, weil man irgendwie in der Bar oder so unterwegs ist.
00:22:14: Das darf bei uns eben dann wieder nur ganz wenig kosten und ich sag mal in Frankreich Amerika oder so kostet es dann eben schon Mal Wenn ich's jetzt in Euro umrechne keine Ahnung, sechs bis zehn Euro oder so.
00:22:25: Und das zahlen die Leute und das ist bei uns ganz, ganz schwer fürs Zuferkaufen.
00:22:30: Ich glaube, dass betrifft nicht nur das Bier, sondern auch viele andere Dinge.
00:22:35: Auch gerade was unsere Nahrung anbelangt da Qualität.
00:22:41: ich denke jetzt zum Beispiel mal an Käse.
00:22:44: wenn man da etwas echtes, etwas original haben möchte dann kostet es eben auch entsprechend.
00:22:53: Wir geben uns dann schnell mit der günstigeren Einheitsvariante zufrieden.
00:23:00: Haben Sie eine Idee, woher das kommen könnte?
00:23:03: Dass wir so auch vom Geschmack her uns mit Einheit, Querschnittdurchschnitt gut zufriedengeben?
00:23:12: Nein!
00:23:15: Ich bin gerade wirklich am überlegen.
00:23:16: Also ich meine, das ist ja immer das Paradebeispiel die Franzosen daneben wobei ich die Belgier da auch so sehe Das war ja während Corona so herrlich.
00:23:24: Wir haben das Toilettenpapier gehortert und die den Rotwein Und wir kaufen halt den teuren Grill und nehmen die günstigen Würstchen.
00:23:33: Aber woher das wirklich kommt?
00:23:35: Ich weiß es nicht.
00:23:37: Keine Ahnung, wie sich das entwickelt hat.
00:23:38: Vielleicht
00:23:39: ist es auch ein Mischmarsch aus vielen Dingen.
00:23:42: Ich kann's auch nicht erklären aber ich mache die gleiche Beobachtung und frage dann auch bei mir selber immer nach was ist jetzt was wichtig ist?
00:23:49: Die Menge oder die Qualität?
00:23:52: Aber das sind bestimmt verschiedene Aspekte.
00:23:55: nur bedeutet das ja auch so ein wenig... Kulturgut zu wahren.
00:24:01: Ich hatte in der Schule einen Mitschüler, der Sohn der örtlichen Brauerei war und ich habe es noch miterlebt wie die Brauerei verkauft wurde und aus genau den gleichen Gründen, die sie eben auch schon genannt haben dass da ein Markt ist, der knallhart im Wettbewerb steht und dann über die Menge funktioniert und nicht unbedingt über die Qualität.
00:24:24: Insofern als Bierbotschafterin sind Sie da vielleicht
00:24:27: auch
00:24:29: Unterstützerin oder Bewahrerin von guten Dingen, die wir hier haben.
00:24:33: Ja
00:24:34: ja wenn das möglich ist finde ich das immer toll.
00:24:36: also dass es eben auch wenn Leute dann sagen Mensch Ich habe sowas noch nie probiert!
00:24:41: Ich wusste das gar nicht.
00:24:42: Also wenn ich vor so Regalen stehe egal ob in Deutschland oder im anderen Land Wenn da irgendwie Pilz oder so drauf steht dann wissen die Leute oder eben Lager Das kennen sie?
00:24:53: Da greifen Sie zu.
00:24:54: aber wenn die anderen Sorten noch nie irgendwo probieren konnte, dann traut sich der Großteil ja nicht ran.
00:25:01: Und wenn sie dann sagen oh Mensch jetzt weiß ich ja und ich mag das und das ja gerne egal ob jetzt dunkle Biere oder eher hopfenbetonte Biere was auch immer und da freue ich mich.
00:25:11: also da muss ich sagen weil da bin ich natürlich dann auch deutlich eher bereit dann mal ein paar mehr Eure auszugeben Wenn ich weiß oder es ist etwas besonderes das mag ich gern und das gönne ich mir
00:25:22: Ja, die Neugierde und die Unvereingenommenheit, die ja dann notwendig ist damit man dazugreift.
00:25:30: Die hat vielleicht auch eine Rückkopplung jetzt ganz konkret in der Ausbildung Und insofern, wenn ich ohnehin nur den Einheitsgeschmack erwarte und dann kann ich vielleicht auch gar nicht so gut den Geschmack entwickeln.
00:25:48: Vielleicht wäre es da auch eine Aufgabe jetzt nicht Kinder früher ins Bier zählen.
00:25:54: Das meine ich nicht!
00:25:55: Aber da vielleicht genau wie sie das machen aufzuklären und zu sagen probier doch einfach mal Möglichkeiten, die eben ja auch eine Angemessenheit des Konsums natürlich.
00:26:13: Wir sprechen hier auf einem alkoholischen Getränk.
00:26:15: Ja klar wobei wie gesagt also es gibt auch tolle alkoholfreie Varianten.
00:26:21: mittlerweile muss man einfach mal ausprobieren.
00:26:25: das ist Eigentlich echt schon fast genauso spannend.
00:26:29: Also ich finde es faszinierend, ich habe das schon zweimal versucht so eine Verkostung alkoholfrei zu machen aber ist irgendwie nicht gebucht worden.
00:26:38: Auch interessant!
00:26:41: Aber die Möglichkeit besteht und ich bin da voll bei ihnen... Das ist jetzt völlig unabhängig von Bier oder irgendwas anderem einfach irgendwie so.
00:26:51: ja die tollen Aromen die wir haben probieren zu können.
00:26:56: Frische Dinge ausprobieren, frisch kochen und so weiter das finde ich so wichtig und das merkt man ja so.
00:27:02: es geht eben verloren wahrscheinlich weil vieles so schnelllebig ist und fertig eben schnell ist mal eben in Backofen usw.
00:27:10: aber da geht uns glaube ich allen schon auch einiges an Genuss verloren.
00:27:15: Ja und auch was echtes zu haben
00:27:17: Das
00:27:18: ist für mich auch
00:27:19: eine
00:27:20: Ganz wichtige Sache, wenn eine Tomate nicht wirklich ne Tomate ist sondern nur so aussieht dann mag ich sie auch nicht mehr essen.
00:27:26: Aber
00:27:28: Frau Kneu wie war das denn bei Ihnen?
00:27:29: Wie haben Sie denn die feine Zunge entwickelt, die dann auch so qualifiziert Bier beurteilen
00:27:36: kann?
00:27:37: Also generell sage ich immer dass wir von der Veranlagung her bis auf ganz wenige, die besonders gut kosten können und ganz wenigen die besonders schlecht kosten können.
00:27:49: Die Veranlagen generell haben wir eigentlich alle.
00:27:52: ich habe das große Glück, dass meine Mutter auch ein totaler Genussmensch war und bei uns immer gutes Essen auf dem Tisch war und frisches Obst und Gemüse usw.
00:28:04: Ich glaube das macht natürlich schon was mit einem.
00:28:08: Und ansonsten ist es aber auch Teil der Ausbildung.
00:28:10: also wir haben ja eben diese verschiedenen Geschmacksknospen Aber ein Großteil geht ja über die Nase ungefähr achtzig Prozent und dass man wirklich Dinge auch erschnuppert Und das ist auch ganz spannend.
00:28:25: Wenn man dann irgendwie mal Gewürze oder sowas einfach aus dunklen Gläsern, wo man nicht sieht was drin ist, einfach mal erschnuppern kann und jetzt aus Bier bezogen lernt man das eben.
00:28:36: also ich weiß natürlich auch jetzt vom Learning her wenn ich den und den Bierstil hab da kann über das Malz können die und die Aromen drinnen sein.
00:28:47: Das weiß man dann und dann fällt es einem ja auch viel, viel leichter das raus zu schmecken.
00:28:52: Und wenn man's dann eben paar Mal auch schon eher schmeckt hat sowieso aber deswegen.
00:28:56: also ich glaub generell sie könnten das genauso gut ihr Mann kann das genau so gut.
00:29:02: dass ist wirklich eine reine Trainings-und vor allem Ausdrucksweise weil wir schmecken glaube ich tun das auch.
00:29:09: Aber was wir gerade schmecken?
00:29:11: Das ist eigentlich dieses Benennen selber, das ist eigentlich das Schwere.
00:29:15: Aber im Endeffekt ist eh das Allerwichtigste, es schmeckt mir.
00:29:20: Und das tut es bei Ihnen?
00:29:22: Ja!
00:29:23: Also eigentlich bin ich da wirklich total offen egal ob Bier oder andere Dinge.
00:29:32: Wenn es eben gut gemacht ist wenn ich jetzt aufs Bier zurückkomme, wenn irgendwie kein Fehler in der Schanktechnik im Verfahren oder wie auch immer in dem Bier ist dann bin ich sehr offen für die verschiedensten Aromen.
00:29:43: Ist denn auch schon mal vorgekommen, dass Sie sagen, das ist jetzt ein No-Go?
00:29:46: Ja.
00:29:47: Aber es ist dann wirklich nur eigentlich wenn irgendwas mit dem Bier passiert
00:29:51: ist.
00:29:53: Also wenn beispielsweise es oxidiert ist, stark.
00:29:56: Das heißt bei bestimmten Bierstilen ist das halt gar nicht gut.
00:30:01: Wenn Luft reinkommt oder wenn das Bier noch nicht lange gekocht wurde haben wir viel Aromen.
00:30:06: Oder wenn eine Schankanlage nicht gut gereinigt wird kann man's leider schmecken und also solche Dinge.
00:30:13: Das kann passieren und das mag ich dann nicht!
00:30:17: Kann man verstehen, würde ich sagen.
00:30:18: Das ist bestimmt auch nicht so bekömmlich dann?
00:30:21: Ja das weiß ich noch nicht mehr.
00:30:23: Das wiederum kann ich gar nicht genau sagen und ich würde auch sagen toll es ist nicht.
00:30:26: aber ich glaube also bei Oxidiert jetzt beispielsweise Sauerstoffeintrag ist super!
00:30:31: Bei Dunkel- und Starkbieren geht's in Richtung Portwein.
00:30:35: Also das ist großartig.
00:30:37: Das kann man nämlich auch gut lagern, wie auch einen schönen Rotwein und so.
00:30:41: Das wissen auch viele nicht.
00:30:43: Da kann super sein.
00:30:44: aber ich sage mal ein Kölsch, das oxidiert es ist nicht schön.
00:30:49: Schmeckt so nach Nasserpappe oder so also nicht so lecker.
00:30:52: Schön wie Sie das so beschreiben.
00:30:55: Kann ich mir sehr gut vorstellen?
00:30:57: Und das eine da würde man gerne meinen Dranschnuppern und an dem nächsten dann doch vielleicht
00:31:01: nicht so sehr...
00:31:02: Ja ja!
00:31:04: Was hat sie denn persönlich motiviert, ihre Leidenschaft
00:31:08: für
00:31:10: das Bier und die Bierverkostung auch noch zu professionalisieren?
00:31:16: Ich glaube es war die persönliche Situation an sich.
00:31:19: Also ich war lange lange Zeit habe im Bürojob gearbeitet und bin da raus und hab überlegt dass ich gerne was machen würde nicht am Schreibtisch.
00:31:33: Wir hatten sogar zusammen überlegt, ob man nicht eine kleine Bierbrauerei aufziehen möchte.
00:31:38: Das war wirklich als Job damals schon angedacht und haben uns dann aber in dem Prozess dagegen entschieden weil es eben doch zum einen große Investitionen sind die man erst mal tätigen muss oder bei anderen produzieren lassen.
00:31:51: Und es gab eben, also es war bei uns zwei Sechzehn ungefähr.
00:31:55: Dass wir das mal angedacht haben und da gab's eben auch viele andere.
00:31:59: und dann haben wir eben... oder ich jetzt in dem Fall vor allem dieses Thema Bier-Sommelier, was mir vorher überhaupt noch nicht untergekommen war erfahren und hab direkt gedacht, boah das ist gut für mich.
00:32:12: Weil ja, ich halt unheimlich gerne mit Menschen auch zusammen bin – auch durchaus mal gerne rede!
00:32:20: Und dieses Thema eben genusssensurig Vielfalt….
00:32:26: Das ist das, was mich ganz besonders begeistert hat und das kann ich eben so vermitteln finde ich einfach toll.
00:32:33: Das heißt, Sie können so ganz sie selbst sein wenn sie da Bier-Sommelier technisch unterwegs sind?
00:32:40: Ja also das ist wirklich...das ist natürlich auch ein Riesenvorteil der Selbstständigkeit.
00:32:46: Der Nachteil ist selbst und ständig.
00:32:47: Das wissen alle Selbstständigen und ich sage auch immer bisschen mehr verdienen wäre nicht schlecht.
00:32:52: aber dieses alles selber für sich gestalten zu können ist schon großartig neue Dinge ausprobieren können und so dass es schon ja das ist toll.
00:33:04: Würden Sie sagen, das war zurückblickend betrachtet mutig?
00:33:09: Ja.
00:33:10: Gewagt!
00:33:15: Also ich glaube schon und die Anfänge sind... muss man auch ganz ehrlich sein, die waren echt schwer.
00:33:22: Also ich habe ganz zu Beginn erst hatte ich keinen Raum wo ich das machen konnte.
00:33:26: dann hat eine Freundin von mir eben in Melem das Atelier zwei zwei drei eröffnet und dass darf ich anmieten für die Verkostung.
00:33:34: Erst seitdem konnte ich das überhaupt machen und dann saßen eben zu Beginn fünf Leute da.
00:33:41: Da muss man kein Mathematiker sein, kein BWLer umzuverstehen – das lohnt sich nicht!
00:33:46: Aber es ist aller Anfang schwer und das sind schon zwei bis drei Jahre gewesen wo man wirklich stark durchhalten musste damit sie sich irgendwann anfängt zu rechnen für die Stundenzahl, also mein Stundenlohn würde ich sagen liegt unter Mindestlohn.
00:34:06: Aber Geld ist eben auch nicht alles aber es ist eben dann nur machbar jetzt in dem Fall mit meinem Mann quasi zusammen.
00:34:13: alleine hätte ich die ersten Jahre eben gar nicht, das wäre einfach nicht gegangen weil es eben nach und nach erst mehr wird.
00:34:19: Das ist so wenn man nicht irgendwie eine Brauerei im Hintergrund hat oder so.
00:34:23: Was lässt sie da immer wieder durchhalten?
00:34:27: Ja, es wird immer mehr.
00:34:30: Also ich habe vorhin ja schon erzählt, während Corona das waren tatsächlich die ersten richtig guten Jahre bei mir so traurig wie's ist aber ich hab da eben sehr viel Firmenkunden gehabt und dass viele Bierpakete verschickt und Menge ist eben einfach nachher gut ne?
00:34:48: Da kommt viel warum!
00:34:49: Und dann hat durch Mund-zu-Mund Propaganda Internetauftritt
00:34:54: etc.,
00:34:56: so dass meine Tests nicht im Normalfall mittlerweile ausverkauft sind und das ist dann eben, ja.
00:35:01: Das ist einfach gut!
00:35:02: Dann mache ich auch für eine Brauerei-Brauereiführung, dann habe ich jetzt verschiedene Firmenkunden dann mehr bei rum.
00:35:11: Aber wie gesagt, man muss dranbleiben und lohnt sich es und das ist natürlich auch toll diese Abwechslung.
00:35:17: also ich finde eben auch mal für eine große Gruppe mache ich einen Stand an der Seite wo die Leute hinkommen können und da ist jedes dann anders und das is cool.
00:35:28: Oder das muss ich noch sagen, weil das begeistert mich eben auch.
00:35:31: Ich habe jetzt sowohl für die Marktschäune zweimal was gemacht als auch mit hier Hoflebe Organic Food in Düstdorf wo die wirklich gekocht haben dann passend zu bieren und da das eben Thema ist für dass sich unheimlich brenne weil ich eben sage man kann mit Bier so toll essen begleiten und das sind Sachen wo ich jedes mal wieder da stecke ich auch gerne viel viel Arbeit rein weil die Möglichkeit zu haben jemand passend dazu kocht und dann eine Verkostung zu machen, das ist einfach toll.
00:36:03: Also die Begeisterung für das was sie vertreten... Die ist einfach riesig groß.
00:36:11: Das spürt man hier mit jedem Platz, den Sie sagen und ich denke dass es auch egal jetzt ob es nun für sie ist das Bier aber es kann ja dann auch für jemand anders meinetwegen der Käse sein oder sonst.
00:36:24: aber das ist eben diese Begeisterung für etwas die ist unbedingt erforderlich um durchhalten zu können.
00:36:29: Ja absolut
00:36:30: genau.
00:36:32: Sagen Sie mal Frau Knoll wie ist das eigentlich?
00:36:36: Passen
00:36:36: Bier
00:36:37: und Frauen wirklich zusammen?
00:36:39: Ja, aber sowas von.
00:36:43: Das ist so lustig weil ich weiß nicht wie oft also gefühlt bei jedem zweiten Tasting die Frage gestellt bekommen warum machen eigentlich sie als Frau das?
00:36:52: Das ist ja schon irgendwie komisch wo ich dann immer sagt nein das ist gar nicht komisch.
00:36:57: Also es ist Jahrtausende lang wirklich so gewesen dass vor allem die Frauen gebraut haben Das war quasi zu Hause.
00:37:05: Ich habe, glaube ich auch gesagt, Bier hat uns quasi mit ernährt.
00:37:08: Es war eben rein und es hatte weniger Alkohol natürlich.
00:37:12: Es haben alle getrunken und gebraut haben die Frauen Zuhause so wie sie eben auch gebacken oder irgendwie gekocht haben.
00:37:21: Und das hat sich erst nach und nach verändert.
00:37:23: Das ist irgendwann dann in die Klöster gekommen.
00:37:27: Flüssiges bricht fast nicht Klöstern dazu geführt, dass sie gerne auch selber Bier hergestellt haben.
00:37:36: Wer schon mal twenty-fünf Kilo Malzack getragen hat der weiß das ist tatsächlich für Männer ein bisschen leichter körperlich als für Frauen.
00:37:45: aber es ist eben dann in beiden Klöstern gebraut worden also sowohl den Frauen als auch in Männer klöstern zur eigenen Versorgung Aber dann auch häufig so für Pilger die gekommen sind die sie dann mit versorgt haben.
00:37:57: und Dann ist es eben nach und nach gerade dann mit der Kühlmaschine, als die dann entwickelt wurde.
00:38:06: Da ist es dann in Richtung industrieller Maßstab wirklich gegangen und eben von der Industrie übernommen worden.
00:38:13: Und ja da ist es nach und nach verstärkt in Männerhände gegangen.
00:38:19: Es ist aber so dass in den letzten Jahren doch ein bisschen mehr Frauen auch als Brauerinnen sich jetzt wieder mal ausbilden lassen.
00:38:26: also es kommt so ein bisschen noch in der Minderheit.
00:38:32: Aber also vom Geschmacklichen her ist eigentlich Bier wirklich für jeden, der Lust hat, der auch Alkoholtrinken mag natürlich.
00:38:41: Ist aus meiner Sicht für jeden was dabei.
00:38:44: aber es ist uns... Ich sage mal diese recht einheitliche Geschmacks von Bier.
00:38:49: ich glaube er hat dazu geführt zusätzlich mit einer sehr maskulinen geprägten Werbung, was das Thema Bier angeht.
00:38:57: Absolut!
00:38:59: Dass die Frauen mehr auf andere Getränke gegangen sind.
00:39:02: aber ich habe das Gefühl es ist also jetzt auch wenn man junge Menschen hat dass wieder deutlich ausgeglichener ob es Frauen oder Männer sind, die dann auch mal ganz gerne ein Bier mögen.
00:39:17: Also ich glaube, das verändert sich wieder ein bisschen.
00:39:20: Es gibt so viele unterschiedliche Geschmäcker.
00:39:22: Ist es irgendwie gar nicht richtig nachvollziehbar?
00:39:24: Warum Bier und Männer getränkt sein soll?
00:39:27: Ja also logisch zu begründen fällt mir auch nichts dazu ein.
00:39:32: Nee.
00:39:33: Es ist eher die Frage warum stellst du überhaupt diese Fragen?
00:39:36: denn diese irgendwie schon komisch weil vielleicht unsere Bilder
00:39:41: im Kopf
00:39:42: tatsächlich mehr... zu Männern und Bier als zu Frauen und Bier tendieren, obwohl das völliger Quatsch
00:39:50: ist.
00:39:50: Ja!
00:39:50: Und auch gar nicht nur positiv die Bilder, die man da im Kopf
00:39:53: hat?
00:39:54: Nein überhaupt nicht!
00:39:57: Nee ja ich weiß auch nicht, aber es wissen dem viel auch nicht.
00:40:00: also wenn ich eben sage hey das war eigentlich immer... Es waren eigentlich über Jahrtausende Vierfrocken ... die das Bier gebraut haben.
00:40:05: Es waren nicht, die Männer!
00:40:08: Das ist irgendwie verloren gegangen... Also ich glaube wirklich das Thema Vielfalt hat da viel eine Rolle gespielt und Menge.
00:40:18: Und ich glaube dass wir gerne viel unterschiedliches probieren.
00:40:23: Es gibt natürlich auch viele Männer, die gerne viel Unterschiede probieren.
00:40:26: aber ich habe so dieses Bild von Fußballstadien und ganz viel Masse im Kopf zum Beispiel.
00:40:32: Und das ist ein bisschen mehr männlich geprägt.
00:40:33: dann
00:40:35: Oh Gott, oh Gott.
00:40:36: Da hab ich jetzt gar nicht ... Aber natürlich das gehört auch dazu!
00:40:40: Ich meine da muss man fairerweise natürlich sagen und es gibt's auch bei Wein also so Bilder die dann eben das übertriebene zeigen und alles was übertrieben ist das ist dann eben auch nicht mehr gut.
00:40:52: aber es hat eben auch etwas mit Kultur zu tun wie man es trinkt und wie man isst usw.
00:40:58: Das macht ja auch den Ruf aus und da sind sie ja ganz nah auch dran mit der Verkostung.
00:41:05: und jetzt würde ich Sie gerne einladen.
00:41:07: Ich habe mir mal einen Programmheft von Ihnen hiermit in die Sendung genommen, da würde ich sie gerne bitten, dass Sie vielleicht eine oder zwei Biere uns mal ein bisschen vorstellen und wir so uns das mal hören könnten.
00:41:26: wie das so bei Ihnen klingt werden Sie einfach stammen?
00:41:29: Ja
00:41:29: klar!
00:41:30: Gerne.
00:41:31: Dann fangen wir doch mal mit der Erhellung Giesinger
00:41:36: an!
00:41:36: Ja, also erst einmal generell eine coole Brauerei.
00:41:42: vielleicht hat die der ein oder andere darüber schonmal gelesen.
00:41:46: Die haben in den letzten Jahren auch sich aufmerksam gemacht.
00:41:49: Das ist eine Neugründung gewesen in Mönchen und sie haben es geschafft mittlerweile quasi Status als Münchner Bier zu haben.
00:41:59: Da muss man so verschiedene Dinge erfüllen unter anderem Brunnen, wo man eben das Zehntausend Jahre alte Wasser unter München hervorholt und da ... eben auch in München natürlich die Brauerei hat und so weiter.
00:42:12: Und dürften theoretisch jetzt dann auf dem Oktoberfest ausschenken, da wehren sich die anderen sechs natürlich schon lange, lange gegen.
00:42:21: Jetzt gibt es einen neuen Bürgermeister in Münchern der da eine Petition mit unterschrieben hat also irgendwie ne spannende Brauerei, getraut hat, eben gerade da wieder neu reinzugehen.
00:42:33: Mit klassischen Bierstilen auch mit anderen Bierstielen.
00:42:38: und das Bier auf das sie angesprochen haben die Erhellung erstmal natürlich ein sehr schöner Name es ist quasi ein helles Deswegen die Erhellung.
00:42:48: Also es ist ein Bier, was ich sehr gerne trinkt.
00:42:51: Es ist ein unfiltriertes Helles.
00:42:55: Ja hat einfach total schöne Aromen also typisch für so ein helles untergieriges Bier.
00:43:01: Ich habe eben so leicht baguettustige Noten bisschen getreidig da hat man eine leichte Hefenote weil's unfilteriert ist und dann noch so ein bisschen über den Hopfen etwas Citrus war.
00:43:14: das Ganze ab da aber eine sehr hohe Trinkfreude, also wirklich ein ja einfach ein schönes Bier.
00:43:22: Untergerich heißt eben dass es kaltvergoren ist.
00:43:26: das ist ne Hefe die sich eben nach und nach in Bayern ausgebildet hat die unterjährige Lagerhefe als es dort einen Sommerbrauverbot gab und da eben sich die Hefen durchgesetzt haben, die bei kalten Temperaturen vergehen durften, konnten nicht durften.
00:43:45: Genau das wäre das was ich jetzt zu dem Bier glaube ich so sagen würde ohne hier den Rahmen zu sprengen.
00:43:52: Und leider können sie es jetzt nicht probieren!
00:43:57: Also ja das wär mal so.
00:44:00: diese Beschreibung vielen Dank dafür Die fand ich grad wunderschön.
00:44:05: Die Differenzierung in den Adjektiven großartig, großartigt.
00:44:12: Finde den Unterschied heißt es ja immer und da sind sie ja etwas ganz Besonderes.
00:44:20: Jetzt kommt noch eins was sich vom Namen her so schön finde.
00:44:24: Das heißt
00:44:25: das
00:44:25: Bier heißt Blanche de Namur aus der Brasserie Dubocque.
00:44:32: Da sind wir jetzt in einem anderen Land, da sind wir in Belgien unterwegs.
00:44:38: Das Bier wurde gewidmet einer belgischen Adeligen, die damals den Schwedenkönig geheiratet hat.
00:44:48: Und dieser Name Blanche an sich ist eben gleichzeitig auch der französische Name für ein Weizenbier.
00:45:01: Vielleicht hat euch jemand schon mal Witt gehört?
00:45:03: Das ist die flemische Variante also quasi das Gleiche!
00:45:07: Bier, es heißt entweder Blanche oder Witt.
00:45:11: Es ist ein obergäriges Bier also Weizenbier auch in Deutschland.
00:45:15: das ist eine obergäre Gehefe und in dem Fall bei Weizen ist es immer spannend weil man eben eine obergärige Hefe nimmt die auch bestimmte Aromen mit ins Bier abgeben kann.
00:45:28: Häufig jetzt zum Beispiel auch bei deutschen Weizenbieren hat man da Bananenaromen ein bisschen mit im Glas und das belgische Blanche oder Witt wird ganz, ganz viel da im Sommer getrunken.
00:45:39: Und wir haben eben hier einen Bier... Belgien gibt es ja noch gar nicht so wahnsinnig lange, das gehörte ja quasi zu den Niederlanden und die niederländischen Seefahrer haben damals von ihren Fahrten auch wunderbare Gewürze mitgebracht.
00:45:59: Und da haben die Belgier eben was für genutzt.
00:46:03: und in dem Fall eben Curaçao Orangenschalen, die sie mit in das Bier gegeben haben und Koriandasamen, sodass wir hier eben ein ganz spannendes Bier haben ganz.
00:46:14: weicher Schaum, auch weiches Mundgefühl und dann merke ich aber direkt.
00:46:19: Ich habe eben diese Aromen nach Zitrus und ein bisschen gewürzt sich eben auch von dem Koriander und die Hefe spielt da noch ein bisschen rein und das Ganze bei unter fünf Prozent, ich meine ungefähr vierundhalb oder so hat es und lässt sich sehr gut trinken.
00:46:34: Die Belgier tun dann gerne also es wird teilweise auch in null fünf ausgeschenkt mit einer Zitronenscheibe dann mit drin und ist einfach ein wunderbares erfrischendes Weizenbier
00:46:45: Perfekt.
00:46:46: Also wunderbar, ich würde es sofort probieren!
00:46:51: Für die Temperaturen auch beide Biere, die Sie angesprochen haben extrem gut geeignet.
00:46:56: Ich würde jetzt keinen zehn Prozenter in Dunkel gerade trinken
00:46:59: wollen.
00:47:00: Nein nein nicht auch nicht aber das könnte ich mir heute Abend sehr gut vorstellen dazu.
00:47:04: Wunderbar vielen Dank.
00:47:07: Ja also ihr wissen dazu scheint gigantisch zu sein.
00:47:14: Mussten Sie da eigentlich auch eine Prüfung ablegen?
00:47:16: Ja klar, ja.
00:47:18: Also ich habe es eben zweistufig gemacht erst für den Bierbotschafter.
00:47:21: Da gab's dann sowohl theoretisch Fragen die man beantworten musste als auch eine Presentation.
00:47:32: quasi eine Bierkarte entwickeln und dazu was sagen und natürlich noch ein Bier präsentieren.
00:47:37: Und bei der Sommeliergeschichte war dann eben auch ganz, ganz viele Fragen so rund um sämtliche Themenbereiche und dann Bierstilerkennung blind Aromen, viel Aromerkennung blind.
00:47:54: Jetzt muss ich gerade überlegen ob da auch eine Präsentation noch war?
00:47:57: Ich weiß es nicht mehr genau.
00:47:58: das ist ja schon ein paar Jahre her bei mir aber so ein bisschen wie es eben bei der deutschen Meisterschaft auch.
00:48:03: also dass man einfach irgendwie und dann muss man echt auch immer wieder natürlich üben ohne zuviel Menge zur sich zu nehmen.
00:48:10: aber es ist auch eine Trainingssache dass man wirklich immer bestimmte Aromen und bestimmte Bierstile dann erkennen kann.
00:48:20: Gerade klang das schon mal
00:48:21: durch
00:48:22: mit der Meisterschaft.
00:48:26: Wettbewerbe sind weit verbreitet und wir sommeriers auch durchaus öffentlichkeitswirksam.
00:48:36: Das ist mir in meiner Recherche, in meiner Vorbereitung so ein bisschen
00:48:39: aufgefallen.
00:48:41: da gibt es
00:48:42: Fernsehsendungen auch Social Media die immer wieder gut aufgesucht werden, um auch Wissen oder Informationen weiterzugeben.
00:48:55: Bücher werden geschrieben... Wie erklären Sie sich
00:48:59: das?
00:49:01: Also ich finde es erstmal toll!
00:49:05: Das Thema an sich ist ja noch neu.
00:49:09: Es ist erst Anfang der zweitausender Jahre.
00:49:11: seitdem gibt's erst Bier-Sommiers und Ich finde, sie führen eben dazu auch das Brauereien wie dann anderen Stellenwert bekommen.
00:49:23: Also das eine ist natürlich dass man gefragt es dann auch weil man eben Spezialisten dann zu einem Thema haben möchte.
00:49:32: aber auch für Brauereiens ist das ja toll wenn man über die mal ein bisschen anders berichten kann und nicht nur über Preise oder so sondern einfach dass man denen die Wertschätzung entgegenbringt.
00:49:45: Und klar, wenn man entsprechend ausgebildet ist kann man das natürlich auch anders.
00:49:49: und es gibt jetzt auch in den letzten Jahren vermehrt halt verschiedene Preise egal ob das European Beer Star Finest Beer Selection Frankfurt Beer Trophy also es gibt ganz viele Wettbewerber wie wir sie von Wein erkennen auch die es fürs Bier gibt.
00:50:05: und da brauche ich natürlich auch dann Spezialistinnen und Spezialisten die das einfach neutral beurteilen können und nicht sagen, mag ich oder mag ich nicht.
00:50:14: Sondern hey das ist richtig gut gemacht!
00:50:16: Und es glaube ich wirklich dass das für Brauereien auch ganz ganz toll ist.
00:50:20: also wenn die eben dann auch mal da egal ob das jetzt in Österreich falls darf oder eben hier in Deutschland feines Bier Selection über neunzig Punkte irgendwie so... Das finde ich schon gut und da braucht's die Leute für und ich bin einfach nur dankbar wenn Medien das dann aufgreifen und einem da die Möglichkeit geben Thema und über dieses spannende Produkt sprechen zu dürfen.
00:50:46: Haben Sie auch entsprechende Ambitionen, mal ein Buch zuschreiben zum Beispiel?
00:50:52: Ja!
00:50:53: Aber also ich habe vorhin kurz gesagt, ich hab dieses Programm Master of Beer bis zu einem bestimmten Stand Status durchlaufen habe auch quasi die Prüfung, die große Prüfungen schon gemacht und muss jetzt noch eine Masterarbeit schreiben.
00:51:09: Und die muss ich seit zwei Jahren schreiben und ich finde irgendwie die Zeit noch nicht dazu.
00:51:13: Ich hab aber das Thema, es habe ich auch schon eingereicht.
00:51:15: Da soll's über Biere in Bonn von der Römerzeit bis heute gehen!
00:51:20: Und da habe ich irgendwie auch total Lust zu... Ich weiß nur nicht, wann ich es mache.
00:51:25: Weil ich möchte halt so machen dass man's vielleicht auch als Bier auflegen kann weil ich sage mal ich laufe unter Biertasting Bonn und das ist mittlerweile hier meine Heimat geworden Und ich finde es total spannend und könnt mir vorstellen dass es andere Leute vielleicht auch spannend finden wie es eben hier so war.
00:51:45: Ja aber ich habe die Zeit noch nicht gefunden.
00:51:47: Hört sich sehr spannend an werde ich unbedingt verfolgen.
00:51:52: Ja und was macht Jutta Knoll, wenn es mal nicht um Bier geht?
00:51:57: Gibt's überhaupt noch
00:51:58: Zeit?
00:51:59: Ja klar.
00:52:01: Aber ich sag mir das normale glaube ich erstmal.
00:52:04: Kinder-Familiefreunde Das ist das Allerwichtigste.
00:52:12: Haus & Garten Urlaube Lesen Kochen Also so, alles drumherum.
00:52:19: Scheint
00:52:19: gut gefüllt zu sein!
00:52:20: Keine lange Weile.
00:52:21: Ja
00:52:22: sehr gut.
00:52:22: Wobei ich
00:52:23: schon immer sage nach dem ersten Kind hat man eigentlich schon keine lange weile mehr bis vorbei dann.
00:52:29: Ja
00:52:29: kommen wir noch mal zurück zum Ausgangspunkt.
00:52:34: Wohin könnte sich denn das Bier in der Zukunft entwickeln?
00:52:38: Oder was wünschen Sie sich ganz persönlich wenn sie in zwanzig oder dreißig Jahren ein gutes Bier vor sich stehen
00:52:45: haben Frau Knoll?
00:52:50: Also die Entwicklung sehe ich gerade leider nicht so positiv, einfach weil die Tendenz wieder da ist das Brauereien kaputt gehen und in den Geschäften sehe dass die Vielfalt wieder viel viel weniger wird.
00:53:03: Das ist anders gewesen.
00:53:06: trotzdem freue ich mich eben über jede und jeden die bei so einer Verkostung irgendwie auf den Geschmack gebracht werden können, dass es eben doch andere Dinge gibt.
00:53:16: Und also für mich wäre das größte wenn man irgendwann in zehn Jahren in ein Restaurant gilt sich in Essen aussucht und aus ich sage mal zehn Bienen aussuchen kann oder vielleicht sogar von jemandem empfohlen bekommt welches Bier dazu ich wählen kann.
00:53:35: Das wäre für mich total toll.
00:53:39: Ja Das stelle ich mir jetzt mal so bildhaft vor, das ist auch ein Essen an einem gedeckten Tisch mit Messern und Gabeln sowieso aber mit einer schönen Atmosphäre in der man eben auch gut genießen kann.
00:53:53: Ganz genau!
00:53:55: Ich persönlich glaube ja sogar dass das ein Konzept ist wo Restaurants sich auch ein bisschen abheben könnten weil es das hier bei uns eigentlich... gar nicht gibt.
00:54:04: Und es gibt wirklich Menschen, die deutlich lieber Bier trinken als Wein.
00:54:09: und ich habe auch bei Verkostung schon mal gehört dass jemand gesagt ah Mensch wenn ich das so höre was sie alles sagen dann muss ich mich ja eigentlich gar nicht schämen.
00:54:16: Dann kann ich ja auch zu den einzelnen Gängenbier trinken und nicht nur zum Begehen ruhiggesagt haben.
00:54:21: Ja!
00:54:22: Also einfach der Stellenwert ist da schon noch anders und ich muss aber dazu sagen vielleicht an dieser Stelle Wein finde ich auch ein ganz ganz tolles Getränk.
00:54:30: also mir geht's nie darum eins besser als das andere darzustellen, sondern einfach zu sagen, dass Bier unterschätzt
00:54:37: wird.
00:54:40: Dann drücke ich in die Daumen und tue meines dazu,
00:54:43: dass
00:54:43: genau das auch so bleibt oder beziehungsweise so wird.
00:54:49: Und ja, habe jetzt richtig Lust darauf heute
00:54:53: Abend ein schönes Kühles Bier zu trinken!
00:54:57: Mal
00:54:57: schauen, vielleicht finden wir ja
00:54:58: auch noch mal die
00:54:59: Gelegenheit da uns auszutauschen.
00:55:02: Jedenfalls an dieser Stelle ganz herzlichen
00:55:05: Dank und
00:55:09: viel Freude weiterhin in Ihrem Beruf und in Ihrer Leidenschaft.
00:55:13: Herzlichen Dank!
00:55:14: Und vor allem auch dass ich hier bei Ihnen sein durfte.
00:55:17: Herzlich gerne.
00:55:18: Danke
00:55:18: schön Das war unsere Folge mit Jutta Knoll.
00:55:27: Jutta Knoll hat uns mitgenommen auf eine interessante Reise in die Welt des Bieres und des Biertastings.
00:55:35: Unser nächster Gast
00:55:37: wird
00:55:37: Stephanie Müller sein, eine bonne Buchautorin.
00:55:40: Sie erzählt vom Lesen- und
00:55:44: vom Schreiben.
00:55:46: Unsere Sendung kommt am XXV September.
00:55:49: Wir würden uns freuen wenn ihr dabei seid Und wünschen euch bis dahin eine gute Zeit.
00:55:55: Schlagsahntrauma oder auch Schlagsange mit Biss, einfach mal machen.
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