Doreen Röder - Die beste Investition ist die in dich selbst

Shownotes

Autonome Frauenhäuser Köln Frauen helfen Frauen e.V.: https://www.frauenhaus-koeln.de/der-verein/

ZIF: Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser Bundesweite Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit autonomer Frauenhäuser autonome-frauenhaeuser-zif.de

LAG: Landesarbeitsgemeinschaft autonomer Frauenhäuser NRW Landesweite Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit autonomer Frauenhäuser. lag-autonomefrauenhaeusernrw.de

LILA: Bündnis autonomer Frauen und Mädchenprojekte in Köln Lokale Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit. lila-in-koeln.de/

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: www.hilfetelefon.de

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00:00:01: Hallo!

00:00:11: Heute ist Doreen Röder bei uns zu Gast.

00:00:14: Doren ist Soziologin, Kunst- und Poesietherapeuten und Feministin.

00:00:22: Sie arbeitet im Verein Autonome Frauenhäuser Köln – Frauenhefen Frauen ein eingetragener Verein.

00:00:29: Daneben bietet Dorean unter anderem Beratung zum Thema Selfcare, Achtsamkeitsförderung mit Kreativanregungen

00:00:37: oder Schreibunpulsen an.

00:00:40: Doreen sagt, die beste Investition, die du je machen kannst ist sie in dich

00:00:46: selbst.

00:00:47: Dieses Invest möchte Dorein mit ihrer Arbeit fördern zur Entfaltung des Einzelnen

00:00:54: aber

00:00:54: auch zum achtsamen gewaltfreien Umgang mit sich selbst und anderen.

00:01:00: Das klingt

00:01:01: interessant

00:01:02: finde ich.

00:01:03: Herzlich willkommen!

00:01:07: Dorei

00:01:09: Beweistung.

00:01:11: Vielleicht Magst du dich mal vorstellen?

00:01:14: Gerne.

00:01:15: Danke für die Einladung, lieber Heller!

00:01:17: Ich freue mich sehr hier zu sein... Ja wer bin ich?

00:01:24: Genau, ich bin Dorin und ich bin forty-sech Jahre alt bzw.

00:01:29: werde dieses Jahr forty- sechs Jahre alt.

00:01:34: Für mich ist es wichtig, wenn ich mich ein wenig vorstelle tatsächlich auch mitzugeben dass ich noch neunzehnachtzig in der DDR geboren bin.

00:01:43: Gehör sozusagen zu den sogenannten Wendekindern die dann im Umbruch von der Grundschule zur Weitervierndel-Schule die einen Mauerfall erlebt haben.

00:01:58: ja und dann habe ich mich entschieden nach dem Abitur Soziologie zu studieren, wobei das nicht meine Erste war sondern tatsächlich Kunsttherapie.

00:02:11: Aber zu dem Zeitpunkt war die Kunsttheraipie noch nicht da wo sie heute ist und es... Da hatte ich mich interessiert für den Studiengang in Nürtingen, den ich aber hätte erst anfangen können mit... Ich glaube, dreiundzwanzig oder sowas?

00:02:28: Und das hieß, ich hätte vorher was anderes tun müssen in der Ausbildung.

00:02:35: Das war ein Punkt, weshalb ich mich dagegen entschieden habe und der andere Punkt war so ein bisschen auch.

00:02:41: dass sich schon während der Schulzeit schreiben und malen war sehr wichtig gerade in den Wendezeiten.

00:02:50: Gleichzeitig waren meine Eltern immer so sehr bemüht, dass ich etwas lerne was sich wahrscheinlich brotvoller anhört.

00:03:01: und dann ist die Sociologie geworden, die ja nicht wirklich brot voll ist.

00:03:06: Aber damit war es schien auf mehr Wohlwollen zu stoßen, wobei ich nicht glaube dass meine Eltern jetzt hätten nicht verhindert wenn ich konstruiert hätte.

00:03:19: aber so war ein bisschen der Weg tatsächlich.

00:03:24: und dann ist es ja eigentlich ein bisschen ungewöhnlicher, dass ich mit Soziologie in soziale Arbeit gegangen bin.

00:03:38: Ich habe im Studium nichts gelernt zu Gesprächsführung oder Konflikten auf der Ebene des Beratungskontextes und Miteinander.

00:03:50: Eher auf so einer Meta-Ebene, wie funktioniert Gesellschaft?

00:03:54: Was treibt sie auseinander?

00:03:55: Was hält sie zusammen?

00:03:58: oder was bedeutet Institutionen?

00:04:02: Oder Sozialstruktur Ost-, West?

00:04:06: Genau!

00:04:07: Nichtsdestotrotz widersprach ist mir sehr in wirtschaftliche Bereiche zu gehen.

00:04:13: Ich hatte nach dem Studium eine Vorstellungsgespräch bei der Schering AG.

00:04:17: Da gab es die noch... Das war ein bisschen schrecklich.

00:04:21: Oh je!

00:04:23: Genau, so... Jetzt rede ich schon viel lange, ne?

00:04:26: Nö, überhaupt nicht,

00:04:27: jetzt spannend.

00:04:30: Genau und so war es das sich sozusagen während schon zum Ende meines Studiums habe ich so ein bisschen gesucht was möchte ich machen gleichzeitig mit der Soziologie?

00:04:44: und da hatte ich ein bisschen Glück, weil ich mich damals dann anfing zu engagieren in der Weiberwirtschaft im Halle an der Saale.

00:04:53: Ich habe dort Soziologie studiert und war dann aktiv im Frauenzentrum.

00:05:00: Und über diese Wege bin ich dann tatsächlich zu meiner ersten Arbeitsstelle gekommen.

00:05:07: Da hab' ich geflüchtete Frauen begleitet, die eine Traumatisierung hatten.

00:05:16: Die anders noch mal als heute das Frauenhaus, die tatsächlich auch in so Sammelunterkünften waren und dort aber klar war, dass sie aufgrund der Belastungen nicht bleiben können.

00:05:30: Und genau die Frauen haben wir begleitet im Halle bis ich dann entschieden habe... Es wird Zeit für Großstadt und dann bin ich in dem Jahr im Jahr- und Jahrzehnte nach Köln gezogen.

00:05:44: Mittlerweile lebe ich ja aber auf dem Land, also so vom Großstadt aufs Dorf gezogen und gleichzeitig pendelig weiterhin nach Kologne.

00:05:54: Aber der rote Fahren ist tatsächlich geblieben in der Begleitung von Frauen mit ihren Kindern in Krisensituationen.

00:06:05: Und wenn du an deine Tätigkeit, kann ich einfach sagen im Frauenhaus oder im Verein.

00:06:14: Wenn du dir diese Tätigkeiten vorstellst und überhaupt dein berufliches Engagement auch denkst an die Kunst- und Poesietherapie muss man ja sagen, fällt dir da so spontan

00:06:28: eine Handbewegung?

00:06:30: oder eine Körperbewegung ein, sowie bei dem Spiel Beruf verraten die so typisch ist für

00:06:36: dich.

00:06:38: Wie sah er dir aus?

00:06:42: Eine Bewegung habe ich spontan, die geht eher glaube ich sowohl zu mir als auch nach außen eher Meditationsbegegnungen mit Mitgefühl und Selbstmitgefühl.

00:06:59: Das trägt mich manchmal sehr, das ist so eine Hand auf dem Herz weil es da geht in der Herzmeditation.

00:07:09: Es ist dass du formulierst einerseits Wünsche für dich und für den anderen und nachher Für die große ganze Welt Und das verbinde ich sehr damit.

00:07:19: mit diesem.

00:07:20: möge Ich sicher und geborgen sein.

00:07:23: Ich glaube, das ist etwas was ich im Alltag immer wieder brauche und die Frauen und Kinder auch, die zu uns kommen.

00:07:31: Und gleichzeitig als du das jetzt gerade so formuliert hast hatte ich noch eine andere Geste, die vielleicht ein bisschen plakativ ist aber auch irgendwas, was so... ...was Kraftvolles, was eher mit beiden Beinen auf dem Boden gleichzeitig sehr aufrecht und klar und selbstbestimmt.

00:07:57: Vielleicht auch ein bisschen so eine Faust, nicht im Sinne von Aggressionen sondern von Ziel gerichtet.

00:08:06: Ja das kann ich mir beides sehr gut

00:08:08: vorstellen

00:08:10: Und du hast ja

00:08:11: auch

00:08:11: also einmal die beiden Hände so auf deinem Herzen und den Blick nach innen.

00:08:17: Gleichzeitig auch nach außen gerichtet, damit beide Beine dabei gerade aufgerichtet zu stehen und auch die Klarheit zu haben wo geht es jetzt hin?

00:08:30: Das ist ein andrucksvolles Bild!

00:08:34: können wir das ja an der einen oder anderen Stelle nochmal aufgreifen im Lauf unseres Gesprächs.

00:08:39: Aber vielen Dank dafür!

00:08:42: Ja, vielleicht schauen wir direkt mal so auf deine Arbeit die heute dein Leben, deinen Berufsalter prägt?

00:08:51: Ich habe es ja eingangs schon gesagt du arbeitest in einem Verein autonome Frauenhäuser in Köln.

00:09:02: Nun denke ich, haben viele von uns das schon mal gehört.

00:09:05: Diese Einrichtung überhaupt jetzt vielleicht noch nicht genau das Autonomen?

00:09:09: Da können wir gleich auch mal drauf eingehen.

00:09:11: Aber was muss ich mir da eigentlich genau darunter vorstellen?

00:09:15: Was ist ein Frauenhaus?

00:09:17: Was is es tatsächlich

00:09:21: so

00:09:22: als Adresse und genau auch dann als Einrichtungen?

00:09:32: Also es schlagen gerade so zwei Stimmen in meinem Herzen.

00:09:35: Die eine Stimme ist noch sehr geprägt von den Eindrücken des fünftigjährigen Jubiläums, wo Gründerinnen vor Ort waren und die dann ... also Köln gehört ja zu den ersten Frauenhäusern Deutschlands mit nach London und Berlin eröffnete am ersten Elfen, neunzehnhundertsechsundsiebzig und Kölnen am ersten Zwölften, sechsen- siebzig.

00:09:58: Und das waren ja so Frauen, sehr eindrucksvoll gekämpft haben, einfach ein Haus besetzt haben und sich die Kraft nicht nehmen lassen das durchzusetzen.

00:10:12: Und ich erinnere mich an die Liseltas... Ich hatte die Frage an die Gründerinnen im Erzählcafé ein wenig auch wie Herr Kahn das.

00:10:26: beziehungsweise was können wir von dieser Kraft heute mitnehmen?

00:10:31: Das fand Spannend, was die Frau Kemal dann gesagt hat.

00:10:35: Die ja auch mit lange die Lobby für Mädchen in Köln geprägt hat... dass sie hatten ja nichts zu verlieren.

00:10:43: und deshalb sage ich es schlagen so ein bisschen zwei Stimmen in meiner Brust weil ich glaube die Anfänge waren ja ganz anders als wir heute oder wo wir heute sind weil zum Professionalisierungsweg darin auch gibt Und gleichzeitig, glaube ich, brauchen wir auch wieder mehr was von dieser Energie von neunzehnzechsten siebzig dieses kämpferische und aktivistische.

00:11:09: Das ist halt auch Frauenhaus.

00:11:10: also Frauenhaus hat begonnen.

00:11:12: wenn ich mir vorstelle die haben wahnsinnig viele Frauen aufgenommen und da war nicht die Frage von wie viel Raum es da können so viele Personen in so ein kleines Zimmer.

00:11:23: diese Fragen gab's gar nicht weil einfach vorrangig waren, die Frauen müssen irgendwo hin und müssen sicher sein.

00:11:29: Und heute haben sich diese Fragen dahin professionellisiert.

00:11:33: natürlich zu dem Zeitpunkt gab es noch nicht die Auseinandersetzung was ist Trauma?

00:11:37: Was bedeutet Traumatisierung?

00:11:40: Und was ist der eigene Raum im Frauenhaus?

00:11:47: Genau jetzt überlege ich, versuche ich wieder den Bogen zu bekommen.

00:11:51: Was ist es heute?

00:11:53: Es ist immer mehr als ein Dach über dem Kopf.

00:11:56: Es ist sozusagen der Schutzraum... Das heißt, die anonyme Adresse.

00:12:03: Es gibt bestimmte Regeln, die sehr schwierig sein können auch gerade für Kinder.

00:12:08: Weil die Frauen dürfen keinen Besuch haben.

00:12:10: Die Kinder dürfen nicht in der Schule sagen wo sie gerade wohnen.

00:12:14: Die Frauen dürfen nicht mit dem Taxifußhaus fahren und auch eng freundinnen Familie nicht sagen wo Sie sind.

00:12:24: Manchmal ist es sogar sehr wichtig dass möglichst wenig gewissen, in welcher Stadt ist die Frau überhaupt.

00:12:31: Das ist eine große Hürde und Herausforderungen, Einengung des Lebensalltags.

00:12:37: Gleichzeitig ist es nach wie vor aus diesen Wurzeln heraus.

00:12:42: ein Frauenhaus lebt von Solidarität.

00:12:45: Ja klar.

00:12:47: Das heißt auch die Frauen... oder wir bemühen uns so zu arbeiten, dass wir auch die Gemeinschaft stärken.

00:12:55: Nicht nur das Individuelle.

00:12:57: und sozusagen wie können sich Frauen gegenseitig unterstützen?

00:13:01: Sei es manchmal ganz pragmatisch mal mit auf Kinder aufpassen oder wenn der Bewohnerin krank ist damit nach also sich umeinander ein wenig zu sorgen.

00:13:12: Ein Teil ist auch natürlich Konfliktgestaltung und wir hoffen immer, dass die Frauen daraus auch etwas nehmen für sich.

00:13:20: Für den späteren Alltag, sei es am Arbeitsplatz in der Hausgemeinschaft, weil überall wo wir leben wird das Konflikte geben.

00:13:30: Ja dann ist es ein Ort der Geborgenheit.

00:13:34: schon einfach dadurch, dass diese Adresse so sicher ist fühlen die Frauen sich dort meistens sicher und haben dann manchmal noch mal den Angst vor dem Schritt in die eigene Wohnung, zum Beispiel.

00:13:47: Das ist auch immer nochmal so ein Wendepunkt.

00:13:52: Dann ist es ein Ort wo viele Kinder sind.

00:13:56: Wir kommen dann mit?

00:13:57: Ja!

00:13:59: Also ... Die Hürden sind ja oder ... Hürde ist so negativ... Die Tür öffnet sich richtig wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind und die sind ja schon sehr heftig.

00:14:21: Also ich versuche mir das mal vorzustellen, müsste man da nicht, müssen wir aber nicht lange darauf eingehen?

00:14:26: Es kommt mir jetzt gerade so spontan ist es nicht Aufgabe der Polizei diese Frauen dann zu schützen in einer solchen Situation sind dass niemand weiß oder wissen da wo sie zum Beispiel gerade konkret sind

00:14:49: Nicht schütten oder ich muss es anders erklären, glaube ich.

00:14:53: Also es gibt seit... Jetzt habe ich nicht ganz genau die Zahl das kann falsch sein aber warum so um zwei tausend fünf zwei Tausend drei ist das Gewaltschutzgesetz in Kraft getreten.

00:15:04: Das hat ja ermöglicht erst mal dass die Frauen wenn sie die Polizei bei häuslicher Gewalt rufen dass die Polizei die Möglichkeit hat die gewalttätige Person wegzuweisen aus der Wohnung.

00:15:19: In der Regel sind das bis zu zehn Tagen, da ich vorher beim Hilfetelefon Gewalt gegen Franke gearbeitet habe weiß sich auch jedes Bundesland handhabt diese Regelung etwas anders.

00:15:30: dass manche Bundesländer schöpfen die Zehn Tage aus, manche nicht.

00:15:36: Das

00:15:37: muss ja dann auch gerichtlich bestätigt werden.

00:15:41: Und das ist alles nicht so einfach, ne?

00:15:43: Genau!

00:15:44: Das ist schon klar.

00:15:46: aber ich sehe jetzt gerade so ein Weg neben der staatlichen Gewalt, der sich da auftut im Frauenhaus.

00:15:55: also dass es die staatliche Gewalt gibt, die auch schützt und natürlich grade die Opfer wobei es müssen vielleicht noch nicht immer nur Frauen sein Aber dass die Frauenhäuser da sagen so, das reicht alles nicht.

00:16:11: Wir müssen da aktiv werden um eben Frauen mit ihren Kindern in die Anonymität zu nehmen und dann sozusagen eine Insel anbieten in Form dieses Hauses des Miteinanders, des Sozialen miteinander

00:16:25: auch.

00:16:27: Ich glaube oft geht es nicht anders weil... Die Wegweisung ist ein Mittel und da wo es funktioniert, glaube ich, ist das sehr sinnvoll.

00:16:37: Weil ja dann die Frauen in der glücklichen Situation sind nicht alles aufgegeben zu müssen.

00:16:42: Und nicht nach einer neuen Wohnung zu suchen, nicht eventuell nach einem neuen Arbeitsplatz.

00:16:47: Das ist ganz viel dahinter was die Frauen hinter sich lassen bis hin zu Möbelstücken oder Erinnerungsstückungen Fotos.

00:17:00: Gleichzeitig ist ja die Veränderung, dass die gewalttätige Person nicht immer wieder dort auftaucht.

00:17:13: Das kann eine Polizei in dem Sinne auch nicht verhindern.

00:17:15: Ich glaube es würde viel mehr Sinn machen wenn es mehr Auflagen gäbe das gewalt tätige Menschen auch verpflichtet werden zum Beispiel Täterarbeit zu machen.

00:17:27: wo dann?

00:17:29: Ich bin aktiv auch im Netzwerk häusliche Gewalt in Köln und eine von der Staatsanwaltschaft sagt halt immer, ein guter Gewaltschutz ist eben auch eine gute Täterarbeit.

00:17:40: Weil ja darüber Präventionsarbeit gemacht wird weil die Frau geht aus der Beziehung vielleicht raus.

00:17:46: Idealerweise hört für sie die Gewalt auf aber von allein ändern sich Menschen nicht.

00:17:51: In der Regel brauchen sie Hilfe von außen Und es ist eher so dass Täterstrategien zu verleugnen sind.

00:17:59: Bisher gibt es ja diese ganzen Gewaltspirale, wo es dann darum geht was passiert bevor es wieder eskaliert.

00:18:08: Da ist ja diese Reue Entschuldigung und Schaben das ist ja eine Spirale Und um auch aus der Auszusteigen macht es Sinn dass viel mehr geguckt wird Was passiert mit den Täter?

00:18:24: innen, damit meine ich nicht eine täterorientierte Politik oder so sondern wirklich eine präventive Opferschutz orientierte Täterarbeit.

00:18:35: und jetzt habe ich den Faden verloren.

00:18:38: Heylar was war deine Frage?

00:18:40: Ja also ich finde das so bemerkenswert dass die Frauenhäuser eben neben den staatlichen Institutionen arbeiten und dass das Bedürfnis da offensichtlich stark ist auch bei diesen großen Zugeständnissen, die die Frauen ja mitbringen müssen.

00:18:59: Und sie müssen eben auch bereit sein vieles loszulassen was ich mir persönlich jetzt also ich kann mir das gar nicht vorstellen.

00:19:08: aber das ist nicht so einfach und da wird dann auch nicht über diskutiert über die Bedingungen.

00:19:13: wenn Sie also zu euch kommen dann ist es so.

00:19:17: Das sind Bedingungen, auf die die Frauen sich einlassen müssen.

00:19:20: Ja!

00:19:20: So das ist unser Rahmen, das gehört mit zum Sicherheitskonzept und in der Regel wollen die Frauen das ja auch und sie sind dankbar um diesen... sicheren Rahmen der Orientierung gibt und der aber auch ermöglicht, durchzuatmen um ein Stück zur Ruhe zu kommen wieder ein bisschen Stabilität zu finden.

00:19:40: Um aus dieser Stabilkeit herauszuhalten was sind meine nächsten Schritte?

00:19:45: Weil sie einfach sicher sein können.

00:19:48: Der Mann steht jetzt nicht in den nächsten fünf Minuten vor der Tür.

00:19:53: Und das andere ist natürlich noch mal, wo dann ja so bestimmte Wegweisungen und Mechanismen vom Gewaltschutzgesetz weniger greifen ist eben auch züchliche Gewalt.

00:20:04: Wir nehmen ja nicht... Also die Frauen müssen uns ja nicht beweisen dass sie Gewalt erlebt haben.

00:20:10: wir glauben ihnen.

00:20:15: In der Regel machen es gerade langjährige Kolleginnen die Beobachtungen.

00:20:21: Ich kann es nicht sozusagen so zu logisch belegen, weil ich keine Studie darüber geführt habe.

00:20:27: Aber es gibt ein bisschen die Beobachtung von langjährigen Kolleginnen das... ...die Frauen jünger sind, die heute ins Frauenaus kommen und früher die Reißleine ziehen, weil wir haben ja auch im Gegensatz zu den Sechsen-Siebsten viel mehr eine Öffentlichkeit.

00:20:45: Was bedeutet Gewalt?

00:20:47: Was heißt das, wenn ich mir anschaue was das Hilfe-Telefon-Gewalt gegen Frauen auch teilweise in den sozialen Medien macht oder dann kommt die Telefonnummer in den Soaps vor weiß nicht wer es aktuelle Soaps sind aber das Thema ist ja nicht mehr so tabuisiert wie es noch war.

00:21:14: Gleichzeitig hat sich der Gewaltbegriff wesentlich verändert, es geht ja nicht darum.

00:21:22: ging es damals auch nicht um den blauen Fleck, der sichtbar ist.

00:21:27: Sondern Gewalt hat viele Facetten und das ist ja vielleicht auch noch mal so ein Aspekt, dass wir eben Frauenschutz bieten, die vor züchtiger Gewalt fliehen müssen.

00:21:38: Ja

00:21:39: ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Gedanke.

00:21:41: was eigentlich Gewalt?

00:21:45: Wann kann man schon von einer Gewalt sprechen?

00:21:50: und gibt es da Schatierungen, bei denen ihr sagt naja reicht uns noch nicht?

00:22:02: Also ich glaube, das ist riesig.

00:22:05: Ich weiß noch in meinen Strafrechtsvorlesungen war der Gewaltbegriff auch ein ganz großes Thema und die Frage war damals tatsächlich ist Gewalt nur körperlich oder auch psychisch wirkender Zwang?

00:22:19: Und da hast du ja gerade schon eine Antwort gegeben.

00:22:23: Was sind denn so, vielleicht mal eher so?

00:22:25: Was sind so normale in Anführungszeichen oder immer besser gesagt immer wiederkehrende Narrative die die Frauen mitbringen?

00:22:39: Was sehr stark vertreten ist es ja etwas was sich lange fortsetzt ist so dieses nichts wert zu sein nicht zu können.

00:22:51: und Liebesbeziehung basiert nicht auf Augenhöhe, sondern darauf dass ein paar davon weniger wert ist und den anderen halt braucht um überhaupt zu überleben.

00:23:04: So eine

00:23:06: Abhängigkeit wäre das ja fast ne?

00:23:10: Genau die wird geschaffen Und oft ist es sehr auch so es ist eine Gradwanderung bei dem Verarbeitungsprozess auch in der Beratung und Begleitung gleichzeitig immer wieder natürlich ernst zu nehmen, dass es in dieser Beziehung eventuell auch mal am Anfang gibt.

00:23:30: Auch Beziehungen wo das nicht so ist.

00:23:32: aber Liebe war die sich verändert hat.

00:23:35: Das heißt es war schon auch ein Verliebtsein liebes Versprechen und vermischen sich in diesem Trennungsprozess dieses verarbeiten was was war da Gewalt?

00:23:47: Und gleichzeitig Liebeskummer und Trauer, also es ist ein enormer Trauerprozess den die Frauen dann auch erleben erstmal.

00:23:55: Und ja manchmal ist das einfach die Freunde von keinem Konto gehabt haben, kein eigenes Geld haben.

00:24:04: Es wird kontrolliert mit wem gehst du wohin bisschen?

00:24:10: wie ist der Kontakt zur Familie?

00:24:12: Mit bestimmten Personen darfst Du Kontakt haben mit bestimmten nicht.

00:24:19: Manchmal ist es ein Thema von, darf die Frau sich beruflich weiterentwickeln oder nicht.

00:24:30: Manchmal sogar und das macht es manchmal schwierig auch die Kommunikation mit Schule- und Kitas weil dann wirkt der Mann oft sehr souverän und er kümmert sich ja um die Familie Und die Frau wirkt dann so als würde sie sich nicht genügend gut kümmern.

00:24:48: gleichzeitig darf sie nicht.

00:24:51: Das kann manchmal, gerade wenn es um den Bereich mit Kindern geht und das Umgangsrecht so gerecht alles was da noch dran hängt.

00:25:00: Was ja sehr schwierig ist familienrechtlich.

00:25:03: Ja klar ich höre jetzt so... Ich assoziere damit sehr das Selbstbestimmungsrecht also über sich selbst

00:25:12: aber

00:25:12: auch das Erziehungsrecht, also Selbstbestimmung über die Kinder.

00:25:20: Das sind ja eigentlich Themen, zum einen über die vielleicht auch eine Kommunikation erlernt werden kann.

00:25:31: Zum anderen, die aber

00:25:33: jetzt

00:25:34: nicht sofort die Assoziation gewalt haben.

00:25:38: Wann kommt da so der Punkt wo man sagt das ist psychischer Zwang?

00:25:43: Dass es so dass ich nicht anders kann.

00:25:45: Kommt da ein wenn du nicht dann vor So dass die Frauen da auch Ängste entwickeln.

00:25:52: Oder wie muss ich mir das vorstellen?

00:25:57: Ich glaube natürlich ist manchmal gerade am Anfang diese Abgrenzung zu, was sind Konflikte, die zu einer Beziehung gehören?

00:26:05: und wo fängt es an Gewaltvoll zu werden?

00:26:08: schwierig Es kann...ich glaube es gibt Momente wo's vielleicht etwas ist bestimmte Menschen andere Grenzen haben als jemand anderes und das zu erlernen, die Grenzen zu respektieren.

00:26:24: Und wenn ich dann die Erfahrung mache meine Grenzen werden aber nicht respektiert und ich werde für meine Grenze auch noch gediehmütigt Dann muss ich persönlich sagen ist es für mich dass schon Anfang von wo ich sagen würde Guck mal und pass auf, wie sich das so weiterentwickelt.

00:26:42: Ich erinnere mich an Beratungsgespräche beim Hilfe-Telefon Gewalt gegen Frauen.

00:26:47: Ich habe da fünf Jahre auch Beratung gemacht in den Anfängen.

00:26:51: Also im Jahr zwölf ist das Hilfetelefon in Kraft gedreht bzw.

00:26:56: ich hab nochmal nachgeguckt.

00:26:57: Im Jahr zeigte es mir wirklich an den Start gegangen aber ich habe schon im Jahr zweitausend zwölft dort angefangen Und ich erinnere mich tatsächlich gerade auch da nochmal an Gespräche, dass Frauen manchmal gar nicht wussten was für sie Gewalt ist.

00:27:20: Ich glaube das es wichtig ist da ein Stück weit zu gucken... Wo bin ich, was ist meine Grenze?

00:27:26: Was ist mein Selbstwert?

00:27:27: Was bin ich mir wert?

00:27:28: und was verstehe ich aber auch unter einer Liebesbeziehung.

00:27:31: Und eine idealtypische Liebes-Beziehung ist ja etwas Stärkendes, was Kraft gibt, was eine Geborgenheit gibt.

00:27:38: natürlich gibt es Konflikte und im Idealfall reifen die Menschen miteinander an den Konflikten und wachsen miteinander Und in der Regel, in gewaltvollen Situation ist es das Gegenteil.

00:27:52: Ich werde immer kleiner, ich vertraue meiner Wahrnehmung nicht mehr... traue mir nachher im Außen nichts mehr zu und es fängt so eine Dynamik an, die sich vielleicht ganz schwer zu erklären lässt weil ich vielleicht selber mit auch dazu beitrage dass ich nicht mehr nach außen gehe.

00:28:14: Dass ich mich nicht mehr traue zu sagen das was komisch.

00:28:17: dann kommt Charme noch dazu durch Instagram, Freunde was auch immer seht dass alle in der perfekten Lebenswelt leben.

00:28:28: Dann wird es natürlich noch schwieriger weil dann ich in so einen Toffitzkreislauf reinkomme das mich selber noch zusätzlich isoliere statt mich vielleicht nochmal anderen anzuvertrauen bis hin Es sein kann, dass ja ich ein Verhaltenentwickler sehr defensiv zu sein.

00:28:49: Aus Angst es eskaliert noch mehr außer vielleicht klein gemacht zu werden beschimpft zu werden und zu brüllen weil Ich Angst habe was wäre die nächste Stufe?

00:28:59: und damit verhalte ich mich also ich bin nicht Ich bin nicht frei, ich bin nicht sorgenfrei.

00:29:06: Ich kann mich nicht frei in meiner eigenen eigenen Verwenden bewegen sondern bin ja eigentlich immer nur darauf bedacht dass es nicht wieder eskaliert.

00:29:17: und das ist ja enorm anstrengend.

00:29:21: Und diese Entwicklung die ja auch von Außenstehenden zu sehen ist Die könnt ihr Manchen Fällen nachvollziehen, sodass dann eben auch gesagt wird okay jetzt ist der Punkt dass du bleiben solltest?

00:29:40: Bei uns ist es ein bisschen anders.

00:29:42: Ich glaube das sind eher die Frauen die dann tatsächlich sich auch noch mal Hilfe suchen beim Hilfeteam von Gewalt gegen Frauen oder bei Frauen Beratungsstellen.

00:29:50: Bei uns isst es ja in der Regel so, dass die Frauen schon entschieden haben sie wollen gehen und Die sind dann schon Schritt weiter und haben eher das Problem dass es nicht genügend Frauenhausplätze gibt und dann eine Schleife anfängt mit dort anrufen, da anrufe.

00:30:09: Und wir gucken eher miteinander.

00:30:12: ist Köln wirklich sicher?

00:30:15: Ist es weit genug weg?

00:30:16: Gibt es irgendwelche Verknüpfungspunkte die wichtig sind zu bedenken?

00:30:21: Und was wir immer mal machen ist wenn wir bemerken das Frauen ambivalenter sind also ich meine damit dass sie unsicher sind, ist der Weg ins Frauenhaus.

00:30:34: Der Weg den Sie wirklich gehen wollen.

00:30:36: machen wir mal das.

00:30:37: wir sagen okay wir geben dir jetzt eine Bedenkzeit bis ich sag mal morgen um zehn aber wenn du bist da nicht angerufen hast ist der Platz weg.

00:30:45: also so und es ist sehr wichtig dass die Frauen die Entscheidung in's Frauenhaus zu gehen aus sich heraus treffen.

00:30:52: natürlich ist das nicht eine zwingend freiwillige Situation als würde ich jetzt eine Wohnung anmieten oder möchte, suche meine Wunschstadt und ziehe dahin.

00:31:03: Das ist es natürlich nicht aber so ein Stück aus sich heraus die Kraft zu spüren.

00:31:07: Ich will diesen Weg gehen weil der ist kein leichter.

00:31:16: Wir machen dann auch ein Treffpunkt aus.

00:31:18: Wir sagen noch nicht, wo die Frauen hin kommen sollen sondern wir sagen einen Treffpunkt.

00:31:24: zu diesem Treffpunkten müssen die Frauen es allein schaffen weil sie sozusagen mit allen Mitteln dies möglich ist.

00:31:31: Es ist schon der erste Weg auf den Sie dann stolz gucken können und gesagt haben okay das ist meine Kraft und ich

00:31:39: habe das geschafft.

00:31:40: Das ist dann schon fast ein bisschen therapeutisch, pädagogisch?

00:31:48: Vielleicht so.

00:31:50: Wir wollen halt sehr diese Selbstwirksamkeit stecken und dass die Frauen wieder in sich vertrauen spüren, dass sie viel mehr können als in jahrelang gesagt worden ist.

00:32:01: Und das ist der erste Schritt dazu.

00:32:04: Das macht mich gerade richtig fassungslos.

00:32:07: Das kriegt man ja normalerweise nicht mit wie dramatisch das ist Und wie beängstigend das

00:32:15: auch ist.

00:32:17: Wirklich, auch real!

00:32:20: Was ist denn das größte Risiko, dass die Frauen in dem Moment auf sich nehmen?

00:32:26: Wo sie sagen ja ich gehe jetzt gleich zu diesem Treffpunkt.

00:32:30: Also je nachdem wie gravierend diese Situation ist es natürlich das größste Risiko dass die Flucht nicht gelingt und der Täter sehr gewalttätig wird, im schlimmsten Fall sie umbringt.

00:32:50: Und was wir schon natürlich dann auch am Telefon immer mit den Frauen besprechen, dass Sie selbst überlegen wann ist ein guter Moment zu gehen ohne das jetzt bemerkt wird, dass sie gehen.

00:33:03: und da gibt es ja Lücken.

00:33:05: und auch zu sagen... Deine Sicherheit geht vor, wenn du die Geburtsurkunde nicht findest oder die Heiratsurkunden oder was auch immer ist.

00:33:15: Egal wir kriegen das hin Hauptsache du kommst sicher an.

00:33:19: Oder manchmal gibt es ja auch Möglichkeiten dass die Frauen schon mal zu einer Freundin erst einmal können und von der Freundin aus dann zu uns.

00:33:28: Also

00:33:30: ähm Das macht mich gerade wirklich sehr bescheiden weil du auch gesagt hast, dass es ja nicht genügend Plätze gibt.

00:33:40: Das heißt, es gibt wirklich eine größere Anzahl von Frauen die in solchen Situationen sind und ich möchte jetzt gar nicht plakativ sein oder Schubladen öffnen aber erlaubt mir die Frage was sind das für Umfelder aus denen die Frauen kommen?

00:34:00: Das ist also Gewalt kennt keine keine Bildung, keine Schichten, keine Hautfarbe.

00:34:07: Es ist einfach tatsächlich um.

00:34:09: da ist dann halt die autonome Frauenhäuser.

00:34:11: also Patria-Schale-Gewalt ist überall und es nichts kulturspezifisches und wir hatten... ich habe Frauen begleitet, die haben Preis bekommen für ihre Abschlussarbeit in Design.

00:34:28: Ich habe Frauen begleitet, die waren im Rechtsraffi-Refreunderjahrt.

00:34:32: Ach ja?

00:34:32: Ja und das war sehr schmerzvoll weil die junge Frau musste dann erst mal pausieren, weil einfach der Weg ins Frauenhaus so viel Kraft gekostet hat dass sie Kraft nicht da war, das Jurareffrenderjahr weiter zu machen.

00:34:51: Das

00:34:55: ist auch noch mal wichtig zu wissen, dass es eben überall passieren kann.

00:35:00: Ja und klar.

00:35:01: also ich glaube schon das natürlich Frauen die größere Ressourcen noch zusätzlich haben

00:35:07: vielleicht

00:35:07: nochmal andere Wege finden oder über das Netzwerk selbst oder sich ein Hotel nehmen.

00:35:16: also ich glaub da gibt's noch einfach andere Wegen die uns selber in der täglichen Arbeit gar nicht so sichtbar sind.

00:35:22: Und was dazu kommt, ist ja das mittlerweile... Also es gibt... Du kannst bundesweit nach Frauenhausplätzen suchen.

00:35:30: Frauenhaussuche.de und für NRW gibt's auch frauen-info-netz.de.

00:35:37: Da wird die Suche zum Glück immer spezifischer und du kannst da auch gucken, gibt es in dem jeweiligen Frauenhaus mit arbeitende Personen, die vielleicht Farsi türkisch oder was auch immer sprechen.

00:35:52: ist es dann auch, dass vielleicht bestimmte Frauen die eine bestimmte Sprache brauchen eher in dem Frauenhaus anrufen als in anderen.

00:36:02: Oder beziehungsweise mittlerweile Gott sei Dank gibt es ja Frauenhäuser, die haben barrierearme Plätze.

00:36:08: solche Sachen sind in der Suche auch mit berücksichtigt.

00:36:14: Wie lautet denn dann der Auftrag an das Team im Frauenhaus?

00:36:19: Ich vermute mal Team oder es ist ein

00:36:22: Team.

00:36:22: Genau, wir sind ein Team und der Auftrag an uns... Also ich glaube einen Auftrag ist tatsächlich aus den Anfängen.

00:36:33: eigentlich ist unser Auftrag das Gewalt aufhört und ich lache ein bisschen weil's so utopisch wird Und irgendwie auch wie eine Riesenaufgabe wirkt, die nie zu bewältigen ist.

00:36:47: Gleichzeitig ist es glaube ich so wichtig daran festzuhalten dass wir eigentlich dafür arbeiten das wir nicht mehr arbeiten müssen und das wäre eine gute Welt.

00:36:59: ja.

00:37:00: und dann ist natürlich ein Auftrag weiterhin auch politische Lobbyarbeit zu machen zu sensibilisieren gegen patriarchale Gewalt und gleichzeitig in der Begleitung und Beratung der Frauen- und Kinder geht es um Empowerment, Selbstwirksamkeit.

00:37:26: Im Idealfall natürlich auch dass Frauen möglichst aus dem Frauenhaus gehen und nie wieder in ein Frauenhaus müssen.

00:37:34: Ja jetzt fällt mir gerade so spontan deine Bewegungs Bild ein, dass diese Frau dann da stehen kann.

00:37:47: Das Herz auf der Hand und losgehen

00:37:51: kann.

00:37:51: Ja genau mit den Kindern ja.

00:37:56: Und was ist

00:37:56: gerade

00:37:57: nicht euer Auftrag?

00:38:02: Ja spontan fällt mir ein bisschen ein weil das immer aktueller im Moment wird.

00:38:07: ich weiß nicht wie das so in Bonn ist aber in Köln ist die Wohnungslesigkeit sehr hoch Und du fragst es vorhin nach dem Gewaltbegriff.

00:38:16: Also für mich persönlich ist ja auch Wohnungslosigkeit eine Form von Gewalt und gerade auch Frauen sind nochmal auf einer anderen Art von Gewald in der Wohnungslosigkeit betroffen, und die Wohnungsloßigkeit und Frauen ist auch noch mal anders als bei Männern tatsächlich.

00:38:36: Weil Frauen bei Wohnungslosigkeit öfter erst mal auch Unterschlupf finden, bei Freundinnen irgendwie auf dem Sofa woanders.

00:38:45: Gleichzeitig fällt mir dazu tatsächlich ein das sind wir halt nicht und es ist etwas was sehr schwerer fällt weil auch hier manchmal Frauen natürlich Gewalt erlebt haben.

00:38:58: aber der Grund weshalb sie vielleicht ins Frauenhaus wollen gerade der Verlust der Wohnung ist.

00:39:04: Und dann müssen wir leider sagen, wir können die Frauen nicht aufnehmen.

00:39:17: Ja und ich würde Täterarbeit ist nicht unser Auftrag.

00:39:23: Vielleicht mal so ganz nüchtern an der Stelle?

00:39:26: Wie finanziert ihr das eigentlich?

00:39:30: Die Frauenhäuser werden finanzieren über kommunale Mittel- und Landesmittel und überspenden.

00:39:38: Ohne Spenden geht es tatsächlich nicht, die können.

00:39:41: Frauenhäuser gehören zu den Frauenhäusern.

00:39:44: wir bemühen uns wirklich möglichst alle Frauen aufzunehmen.

00:39:49: das bedeutet also andersrum Wir bemühe uns darum dass der Schutz nicht an an dem scheitert, dass kein Geld vorhanden ist und das wir dann sagen, wir finanzieren den Aufenthalt im Frauenhaus für die Frauen, die es nicht leisten können selbst überspenden.

00:40:08: Da sprechen wir aber auch nicht von... Frauen, die jetzt gar kein Geld haben.

00:40:12: Das kann auch mal sein oder keine Papiere Sondern es geht auch um Frauen die arbeiten weil eine Frau die arbeitet muss den frauenhaus platz selber bezahlen.

00:40:22: Es gibt nach wie vor diese tagestagsfinanzierung sehr kompliziert und das bedeutet dass letztendlich Die Miete ist der Tagessatz pro Tag, der ist sehr hoch und das müssten Frauen die Arbeiten selber finanzieren.

00:40:38: Das kann aber keiner.

00:40:40: also weil wir sprechen hier von einem Tagessatz über neunzig Euro.

00:40:43: Und dass auf dreißig Tage so viel verdienst du nicht, dass du dir das leisten kannst.

00:40:49: Unabhängig davon ist ja die Frage dessen es gibt einen gesellschaftlichen Auftrag zum Gewaltschutz und sollte nicht noch so sein, dass die Frauen dafür bezahlen, dass sie alles aufgeben.

00:41:03: Okay, das ist natürlich auch eine große Diskussion.

00:41:07: Wie werden öffentliche Gelder hier verwendet?

00:41:09: Aber ihr habt einen ganz klar definierten Auftrag eben hier Schutz vor patriarchaler Gewalt und der orientiert sich dann eben auch in der.

00:41:21: ich will mal sagen Investitionen in ein Platz den dann eine Frau in Anspruch nehmen kann.

00:41:30: Ja wo sagt ihr denn Frauen?

00:41:33: oder wo sagst du, Doreen auch

00:41:36: investiere

00:41:37: in dich selbst.

00:41:39: Oder du tust es in dem Moment, indem du hier angekommen

00:41:43: bist

00:41:43: schon?

00:41:48: Ich will damit sagen was müssen die Frauen dann auch leisten damit dieses Projekt für sie erfolgreich verlaufen kann dass sie so aufrecht aus dem Fraunhaus wieder rausgehen wie du das so schön dargestellt hast?

00:42:07: Das ist natürlich auch was sehr individuelles.

00:42:11: Gleichzeitig brauche es Mut und... Vertrauen Fehler zu machen.

00:42:18: Weil manchmal gibt es so simple Sachen, dass Frauen sich nicht zutrauen, ein blödes Formular auszufüllen und dann eher eine Angst ist Fehler zum Machen und gleichzeitig dann wieder sozusagen ich als Begleitung gefragt werde mache ich's richtig?

00:42:34: Und mein Aufgabe ist ja eigentlich nicht zu aufzuteilen in richtig und falsch sondern eher zu sagen selbst wenn du einen Fehler machst das total toll was du gemacht hast Und wenn irgendwas fehlt, wirst du schon die Rückmeldung bekommen dass noch was fehlt und du was nachreichen musst.

00:42:53: Und gleichzeitig glaube ich brauche es auch diese Vision Was zu erträumen wie eine Zukunft aussehen kann das sie nicht nur schwarz ist sondern dass es da auch etwas gibt Wofür sich lohnt zu kämpfen selbst wenn sich gerade sehr schwer anfühlt.

00:43:12: Jetzt weich ich vielleicht so ein bisschen von der Frage ab, aber ich merke.

00:43:18: Ich glaube, ich wünsche den Frauen auch immer sehr von Herzen dass sie wieder... Dass ihnen Menschen begegnet, die es wirklich gut mit ihnen meint und die Frauen gleichzeitig in der Lage sind, dass sie für sich so Antennen entwickelt haben.

00:43:37: Was tut mir gut an Menschen und was tut mir nicht gut?

00:43:40: Und das, was mir bei anderen nicht guttut ist okay dann setze ich meine Grenze und werde wieder jemanden begegnen der mir halt gut tut.

00:43:48: also dieses beides daran zu glauben dass es Gutes gibt und dass es Menschen gibt die dies gut miteinander meinen sozusagen auch wieder Liebe zu finden und um nicht irgendwie aus einer Angst heraus ewig allein zu bleiben.

00:44:10: Und gleichzeitig aber auch, sich trauen nach draußen zu gehen mit der Sicherheit mir kann nichts mehr passieren.

00:44:19: das schlimmste habe ich überlebt und mir kann niemand mehr was vormachen.

00:44:22: und ich weiß wo meine Grenze ist.

00:44:25: und ich sage dass

00:44:27: und ich hab das nein im koffer.

00:44:31: schaun wir noch auf die Arbeit im Team.

00:44:35: Du hast mal gesagt, ihr arbeitet basisdemokratisch.

00:44:39: was verbirgt sich dahinter?

00:44:42: Ja großer Begriff nicht war schon wieder

00:44:47: ja.

00:44:48: das ist nicht nur ein großer begriff sondern einen begriff der einerseits sehr auch mit Werten vollgepackt ist, gleichzeitig auch ein bisschen aus gerade aus diesen autonomen Frauenhausbewegungen auch ein großes Ideal.

00:45:05: Weil in der Basis-Demokratie steckt ja die Idee dahinter dass es einen möglichst hiraschig oder hirashifreien Raum gibt.

00:45:17: den gibt's halt nicht also da.

00:45:20: ich glaube das ist auch etwas was so Ein Bewusstsein dafür da ist, dass ja auch zum Beispiel Kolleginnen die länger da sind haben eine Form von Wissen.

00:45:30: Und Wissen ist auch etwas Machtvolles im Gegensatz zu Kollegen, die neu anfangen und das schafft auch Hieraschinen Genau.

00:45:40: gleichzeitig war es sehr wichtig Auch viele Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen sind gerade auch beschäftigt oder seit einigen Jahren beschäftigt mit so Themen von Generationenwechsel Und gleichzeitig war es für die Körner Frauenhäuser sehr wichtig, an der Basis demokratisch festzuhalten.

00:46:01: Es bedeutet also pragmatisch ist bei uns das alle Kolleginnen und Kollegen, die eine feste Anstellung haben – keine Projektstellen oder Befristete.

00:46:15: Projektstellen, sondern festzustellen bei uns dass die nach einem Jahr unbefristet sind und nach einem Jahr alle im Vorstand.

00:46:25: Das heißt wir sind ein ganz großes Vorstandsteam was sich einig werden muss.

00:46:32: Für mich war das am Anfang eine große Herausforderung und ich glaube es kann auch eine große herausforderung für Menschen sein, die neu bei uns anfangen und nicht aus solchen Strukturen kommen.

00:46:45: Und natürlich meine Anfänge waren mit in der Weiberwirtschaft im Frauenzentrum in Halle.

00:46:51: da war ich auch mit dem Vorstand sehr flach von.

00:46:57: ich nie reagieren, aber es war ein externe Vorstand.

00:46:59: Bei uns ist kein externer Vorstand sondern ich bin mitarbeitende Unvorstand.

00:47:05: und gleichzeitig kam ich vom Hilfethilfe von Gewaltigen Frauen.

00:47:12: das Hilfetilfe in Gewaltige Frauen ist an der Bundesbehörde angebunden.

00:47:15: In dieser Bundesbehöde war es so dass die Präsidentin nur mit grün unterschreiben durfte und die ganz unten mit schwarz.

00:47:23: Was ist so?

00:47:23: Ja, genau.

00:47:25: Und also ich kam aus einem relativ engen Strukturarbeitskonstrukt zu einer Arbeitsorganisation die erstmal für mich in den Anfängen der ersten Seite sehr chaotisch wirkte und Es so brauchte zu verstehen, wie alle so ticken.

00:47:51: Wie die Strukturen sind.

00:47:52: und gleichzeitig haben wir aber auch daran gearbeitet, wie müssen sich Strukture verändern?

00:47:57: Weil das Ideal von früher, von neunzehnzechsten siebzig, alle machen alles funktioniert heute halt nicht mehr weil die Sachen sind komplexer geworden, auch allein Darüber haben wir gar nicht gesprochen, aber das ist ja alleine.

00:48:12: Die Gewalt vom Digitale-Gewalt ist eine Gewaltform mittlerweile und da verändert sich ganz viel ständig bis hin zu wer weiß wie KI noch die Beratungskontext verändern wird und solche Sachen.

00:48:28: Und die Tätigkeitsfelder sind einfach so groß... Ja genau!

00:48:33: Wir sind natürlich auch größer geworden.

00:48:36: Das ist ja auch noch ein Punkt.

00:48:37: Und genau, die Frage wie... Ja ich glaube also mich hält daran dass es gibt Gestaltungsfreiheit gleichzeitig ist es aber auch eine große Verantwortung und Auch etwas... Die Teamarbeit ist mit für mich das Wichtigste, weil nur wir als Team können entscheiden.

00:49:05: Wir treffen Konsensentscheidungen und mehrmals Minderheitsentscheiden.

00:49:11: Aber gleichzeitig gibt es ja bestimmte Entscheidungsprozesse wenn es jetzt um was Grundlegendes gibt.

00:49:16: Da macht nur Konsens Sinn!

00:49:17: Weil da müssen alle mitgehen.

00:49:19: Und

00:49:20: wie viel seid ihr so ungefähr?

00:49:23: Oh heller ich weiß gerade auf dem Kopf nicht.

00:49:29: Also über zwanzig mindestens mehr.

00:49:32: Aber nicht hundert oder so?

00:49:33: Nein!

00:49:35: Okay, ja das ist ja wichtig denke ich mal in diesem Zusammenhang.

00:49:38: Das

00:49:38: stimmt.

00:49:38: also wir sind Gott sei Dank keine Hundert.

00:49:44: Aber es wird spannend weil es wird das dritte Haus geben und wir werden brümmerlich demokratisch sein.

00:49:48: Wir werden ein sehr sehr großes Team werden und wir entwickeln auch im Moment.

00:49:53: wie können nochmal anders Entscheidungen vorbereitet werden?

00:49:58: allein Wenn wir ein Treffen haben, musst du dir vorstellen das ist jetzt schon groß und unsere Moderation rotiert.

00:50:10: Also wechselt halt.

00:50:14: Brauche es dann auch immer miteinander aushandeln.

00:50:16: Es gibt Kolleginnen, die das eher lieber machen und Kollegen, die nicht so unbedingt mit großen Gruppen gernmachen weil du dann schon auch sehr stark manchmal die Grenzen setzen musst, weil natürlich manchmal unterbrechen wir uns und achten nicht darauf.

00:50:30: was hat die Moderation als Rahmen vorgegeben?

00:50:33: Ja genau!

00:50:34: Das fällt mir da auch spontan zu ein.

00:50:36: also ich vermute mal ihr seid überwiegend Frauen

00:50:39: im Team.

00:50:40: Das kann ich mir schon sehr lebhaft vorstellen, wie es da auch mal hoch hergehen kann.

00:50:45: Wie könnt ihr da sicherstellen dass das in eurem Sinne gewaltfrei ist.

00:50:49: Ich meine, da müssen ja nicht irgendwie die Fetzen fliegen aber die Wortfetzen können ja schon Gewalt sein.

00:50:57: und gerade dieses Haus, gerade dieses Plenum gibt sich auch die Gewaltfreiheit mit auf die Fahnen.

00:51:06: Habt ihr da so nur dass man das vielleicht mal unsere Zuhörerschaft verstehen kann?

00:51:10: Gibt es eine Ampel oder wie macht

00:51:14: ihr das?

00:51:17: Also, dass sich eine Kollegin als Gewalt vorerlebt hätte habe ich noch nie.

00:51:22: Tatsächlich... also nee hab' ich nicht.

00:51:25: und was natürlich manchmal gibt's auch Sachen die verletzen ja oder aber wir haben also ich finde wir haben auch eine große großes Talent miteinander dazu uns zu streiten und danach in der Pause trotzdem miteinander zu essen.

00:51:47: Aber wahrscheinlich diese Herzgäste

00:51:51: kommen wir dabei, das heißt es ist eine Streitkultur die da eben auch Praxis braucht und bekommt In der Basis Demokratie?

00:52:01: Ja,

00:52:02: also ich könnte mir gut vorstellen.

00:52:03: Ich bin eine Verfechterin und kann mir gut vorstellen auch für die Zukunft das da gerade in Bezug auf wie

00:52:09: lösen

00:52:10: wir Konflikte und dass wir dann noch mehr zu arbeiten können dürfen müssen vielleicht wenn wir noch mehr werden.

00:52:21: gleichzeitig ist es immer wieder spannend zu gucken was gibt es natürlich auch aus so Organisations Theorien nenne ich es mal, die wir für unsere Bedürfnisse anpassen können.

00:52:36: Also wir haben ja auch mit dem Verein Organisationsentwicklung gemacht und uns begleiten lassen und machen das immer wieder.

00:52:43: Wir machen auch wenn's notwendig ist Mediationen.

00:52:48: Wir haben regelmäßig Supervisionen Das ist natürlich ein Teil davon schwierige und verletzliche Aspekte angesprochen werden.

00:53:00: Und dann begleitet werden, sodass wir arbeitsfähig bleiben.

00:53:03: Und so erlebe ich uns auch dass wir wollen ja arbeitsfähig sein.

00:53:11: Das ist die grundsätzliche Haltung und die Bereitschaft eben auch die Sache über die Person zu stellen?

00:53:19: Ja da ist self care Ein Selbstfürsorge, finde ich eigentlich schöner.

00:53:28: Wichtig und da komme vielleicht jetzt noch wenn du möchtest auf deine Seite der Kunsttherapie und Poesietherapie ist diese Arbeit in dem therapeutischen Bereich ohne dass es unbedingt schon Therapie sein muss aber in diesem Bereich ist die ein bisschen vergleichbar mit der Arbeit im autonomen Frauenhaus?

00:53:52: Oder ist das was ganz anderes?

00:53:55: Ich glaube, ich musste gerade überlegen habe ich kunsttherapeutisch gearbeitet.

00:54:04: Ja!

00:54:04: Ich musste für meine Ausbildung auch Praxiserfahrungen sammeln und nebenberuflich biete ich Sachen an.

00:54:15: aber therapeutisch darf ich da nicht arbeiten.

00:54:18: und gleichzeitig weiß ich aber sofort die Antwort, dass es nicht vergleichbar ist.

00:54:24: dass Frauenhaus ist,

00:54:27: ist

00:54:28: da.

00:54:32: Ich weiß nicht ob ich es vergleichen muss aber für die Frauenhausarbeit brauche ich sehr viel innere Reflexion und immer wieder im Moment selber zu überlegen in welcher Position bin ich gerade?

00:54:45: Weil ich bin ja sehr nah an den Frauen dran!

00:54:48: Ich bin an ihrem Ort wo sie leben.

00:54:51: das ist ja ganz anders als wenn da Menschen zu dir in die Praxis kommen, um eine kunsttherapeutische Sitzung zu machen.

00:55:01: Da hast du einen Ausschnitt und dann gehen die Menschen auch wieder.

00:55:05: Du vertraust darauf was sie dir erzählen und umgekehrt und gestaltest darin die Beziehungen.

00:55:10: aber im Frauenhaus ist diese Beziehungsgestaltung zwischen wir machen Großputztage, dann gibt es Pizzaessen, wir machen Ferienfahrt Wir machen Beratungsgespräche, wir begleiten zu Behörden.

00:55:23: Da ist ganz viel auch so Tür- und Angelgespräche.

00:55:29: Dann machen wir Gruppenangebote im Sinne von Hausversammlung, Informationen... Wir haben mittlerweile eine Kooperation mit dem Handwerkerenhaus in Köln, da gehen die Frauen hin und lernen wie sie Löcher in die Wand bohren.

00:55:44: Und das ist ja viel mehr Alltag!

00:55:49: Und gleichzeitig musst du dich dann immer wieder besinnen Wir bieten halt Bezugsbegleitung an, das heißt ich hab über so Bindungskonzept.

00:56:00: Das heißt ich bin zuständig, also ich begleite... Ich darf dann Frauen begleiten in der Zeit, der sie da sind und ich bin erst mal ihre erste Ansprechperson.

00:56:10: Das heisst nicht dass die anderen Kollegen nicht ansprechbar sind.

00:56:13: aber gerade für die Beratung und psychosoziale Begleitung bin ich dann sozusagen der Bezug da.

00:56:22: auch immer wieder das Setting in dir zu verändern, zu sagen okay wir sind jetzt hier miteinander in unserer Beziehung zueinander.

00:56:28: In der Beratungsbeziehung und nicht im Konflikt mit der Frau oder in dem Kurs.

00:56:34: also da braucht es bei mir viel mehr jonglieren.

00:56:37: wer bin ich gerade in welcher Situation?

00:56:39: Das ist glaube kann natürlich in therapeutischen Kontexten auch so sein, weil wir... Jetzt bin ich wieder bei Übertragungsprozessen.

00:56:47: Das ist so unbewusst.

00:56:48: vielleicht Anteile auf dich übertragen werden von denen du noch gar nichts weißt und aber...

00:56:58: Ja, ich merke schon das ist sehr viel.

00:57:03: man darf da nicht irgendwas erzwingen und auch eine... Das sind zwei Beine die du hast.

00:57:10: also so verstehe ich dich jetzt auch.

00:57:14: Ja, vielleicht du nennst ja auch in deiner weiteren Tätigkeit sprichst Du ja auch von Achtsamkeitsunterstützung und Förderung.

00:57:31: Was verbindest Du denn mit Achtsammkeit?

00:57:40: habe die Achtsamkeit kennengelernt in der Situation.

00:57:44: Da war ich in meiner kunsttherapeutischen Ausbildung, beziehungsweise ich hab vorher schon sehr wichtiger Mensch für mich.

00:57:52: Die Jean Lessenich, die war sehr... weise und sehr unterwiesen in so buddhistischen, sen- buddhistischen Meditationspraktiken.

00:58:04: Und auch die Philosophie davon.

00:58:08: Ich habe vorher schon begonnen mit ihr zu meditieren, weil ich hier einfach so gesagt hab, zeig mir wie es geht mit dem Meditieren!

00:58:16: Dann hat sie das auch gemacht gleichzeitig... Genau, dann war ich in meiner kunsttherapeutischen Ausbildung, gegönnt habe als etwas, was sich wieder verbinden sollte zu dem wie ich am Anfang erzählte.

00:58:29: Mein erster Bund war ja eigentlich Kunsttherapie, den ich nie erfüllt habe und dann hab' ich's mir erfüllt Und...

00:58:36: Dann

00:58:37: waren die ersten beiden Jahre sehr viel Selbserfahrung.

00:58:41: Das bedeutet einfach sehr viele Auseinandersetzung mit dir selbst und darin bin ich mir begegnet dass ich gesagt habe Ich habe zu dem Zeitpunkt noch geraucht Und irgendwie passt es dann nicht mehr in mein Bild, dass ich mir vorstelle.

00:58:57: Ich bin irgendwie kunsttherapeutisch tätig, begleite Menschen auf vielleicht Entwicklungsveränderungswägen und rauche selber

00:59:05: noch.".

00:59:08: Das wäre ein Widerspruch?

00:59:09: War immer ein Widesprache!

00:59:13: Für manche nicht.

00:59:14: Es sollte jetzt nicht so wirken, dass sozusagen alle die jetzt mit Kunstherapie hier anfangen aufhören müssen zu rauchen... Aber für mich war es tatsächlich wichtig, da sich auseinanderzusetzen.

00:59:28: Und da ist mir dann die Achtsamkeit begegnet und tatsächlich habe ich dann durch die MBSR also das nach dem Sonnkabacin, das hat mir geholfen beim Aufhören zu rauchen.

00:59:43: Ist vielleicht ein guter Tipp.

00:59:47: Genau.

00:59:48: Und so bin ich dazu gekommen und ich war dann am eigenen Leib davon überzeugt.

00:59:56: Ja, das lässt überzeugend sein wenn man selber spürt dass hat mir gut getan.

01:00:06: vielleicht auch in dem Zusammenhang nochmal der dieser Begriff Gewalt.

01:00:15: Achtsamkeit steht gegenüber von Gewalt.

01:00:19: Hat das noch irgendwie eine Beziehung für dich?

01:00:22: Dieses Paar, Achtsammkeit und Gewalt oder Gewaltfreiheit?

01:00:28: Ja ich glaube diese Gewalt Freiheit so heißt ja auch meine Homepage Das ist aus ganz frühen Tagen tatsächlich als ich werden vorhin... Es war meine erste Weiterbildung zur Mediatorin Und da ist mir die gewaltfreie Kommunikation begegnet und irgendwie hatte damals ein Freund von mir gesagt, lasst dir doch diese Domänen sichern.

01:00:49: Wer weiß was noch aus dir wird?

01:00:51: Das habe ich gemacht.

01:00:53: Ich weiß gar nicht ob ich heute das noch so nehmen würde.

01:00:58: gleichzeitig den Schritt zu verändern hab ich auch noch nicht getan.

01:01:04: Für mich steht es nicht gegenüber weil Achtsamkeit, so wie ich es kennengelernt habe negiert nicht das Leiden.

01:01:12: Und deshalb ist es nichts was sich ausschließt weil ja achtsamkheit an sich also beziehungsweise dieser Begriff mir fällt es auch schwerer zunehmend das zu benutzen weil ich finde der wird so inflationär benutzt dass man manchmal schon nervt wenn er dich

01:01:31: zu sein ist so ähnlich wie wertschätzung

01:01:34: Und ich finde, es kommt darin auch zunehmend so diese Selbstoptimierungsanteile darin vor.

01:01:42: Also sowas wie du musst nur genügend gut meditieren und dann passiert das und das sage ich mal.

01:01:48: Das ist ja eigentlich nicht... also das ist Nichtachtsamkeit!

01:01:52: Es geht ja darum im Hier-und-Jetzt zu sein und in hier und jetzt bedeutet nicht Gewalt zu leugnen sondern ein Stück weit anzunehmen.

01:02:00: Anzunehmend heißt auch nicht, ich akzeptiere es und bin einverstanden damit, sondern aber ich verschließe die Augen halt nicht davon.

01:02:07: Ich nehme's wahr!

01:02:07: Genau.

01:02:08: Und es sind deshalb auch ... das Leiden ist... also ich bin nicht achtsam weil ich kein Leiden will, sondern dass Leiden wird, das ist Teil unseres Lebens.

01:02:20: Das sind ja auch Sachen, die aus buddhistischen Philosophien einfach mit dabei sind.

01:02:25: Und die Aufgabe, das haben wir ja eben auch gehört bleibt bestehen Gewalt aus der Welt zu bannen und zu verhindern.

01:02:36: Ja

01:02:39: vielleicht

01:02:39: noch der Gedanke wenn Menschen in sich selbst investieren Das heißt jetzt nicht unbedingt dass im materiellen Wert sondern in ihre persönliche Entwicklung was

01:02:55: wird dann für Sie vielleicht wahr?

01:03:03: Was für sie wahr wird, weiß ich nicht.

01:03:04: Ich glaube, ich hatte so dieses Bild davon und passt das wieder schließlich der Kreis wieder mit diesem Herz.

01:03:11: Für mich bedeutet es in sich investieren Herzenswünsche erfüllen können – und das ist ja ein großes Privileg!

01:03:20: Also für mich war's auch ein Privilegg diese Kunsttherapie-Ausbildung nachzuholen sich selbst näher zu kommen und damit vielleicht ein bisschen mehr das Leben leben dürfen, was du leben willst.

01:03:40: Das

01:03:41: Leben leben durften dass du leben wälst.

01:03:46: Das ist eigentlich eine ganz tolle Gedanke.

01:03:52: Ja liebe Doreen so langsam kommen wir zum Schluss.

01:03:58: wenn du nochmal

01:03:59: an deine Handbewegung

01:04:00: denkst wie fühlt sich

01:04:01: die jetzt gerade an?

01:04:03: So du stehst da.

01:04:05: Was ist die Hände auf dem Herzen?

01:04:08: Ja, ich fühle eine Leichtigkeit und zuversicht.

01:04:15: Das Gespräch hat mir auch

01:04:17: zuversichtlich gegeben.

01:04:19: Das freut mich!

01:04:20: Ich danke dir!

01:04:31: Danke fürs Zuhören.

01:04:34: Wir freuen uns auf ein Feedback

01:04:36: von euch.

01:04:38: Wünsche

01:04:40: Anregungen Kommentare

01:04:42: Und alles

01:04:42: Weitere könnt ihr uns gerne per E-Mail senden

01:04:45: an InfoEd.

01:04:48: Kanzlei bindestrich heller binde strich fischer.de.

01:04:55: Schlagsahntrauma, schlagsahne mit bis?

01:04:59: Einfach mal machen immer abends!

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